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	<title>The KingOli Blog &#187; DVD</title>
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		<title>The Thing (1982) vs. The Thing (2011)</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 20:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor beinahe dreißig Jahren (1982) drehte John Carpenter mit Das Ding aus einer anderen Welt (The Thing) das Remake eines Horrorfilmklassikers, welches inzwischen selber zum Klassiker geworden ist. Dieses Jahr nun gab es unter gleichem Namen ein Prequel, was ich mit ein paar Kollegen zum Anlass genommen habe, mir die beiden Filme in einem The-Thing-Double-Feature [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor beinahe dreißig Jahren (1982) drehte John Carpenter mit <em>Das Ding aus einer anderen Welt</em> (<em>The Thing</em>) das Remake eines Horrorfilmklassikers, welches inzwischen selber zum Klassiker geworden ist. Dieses Jahr nun gab es unter gleichem Namen ein Prequel, was ich mit ein paar Kollegen zum Anlass genommen habe, mir die beiden Filme in einem <em>The-Thing-Double-Feature</em> anzusehen.</p>
<p>Die Handlung des 1982er Filmes ist schnell erzählt: Ein außerirdisches Monster, das vorher von Norwegern aus dem ewigen Eis befreit wurde, fällt in eine amerikanischen Forschungsstation in der Antarktis ein. Das Ding hat die Fähigkeit, andere Lebewesen nachzubilden, indem es sie verschlingt und auf Zellebene kopiert. Bald wissen die Wissenschaftler nicht mehr, wer von ihnen noch ein Mensch ist und wer bereits assimiliert wurde, doch sie wissen ganz genau, dass sie das Ding nicht entkommen lassen dürfen, da es eine Gefahr für die gesamte Menschheit darstellt.</p>
<p>Das titelgebende Monster, wenngleich für einige deftige Splatterszenen verantwortlich, steht dabei gar nicht im Vordergrund. Vielmehr wird durch das wachsende Misstrauen der Wissenschaftler untereinander und die menschenfeindliche Umgebung der durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschirmten Forschungsstation eine bedrohliche Atmosphäre erzeugt, die schließlich in einem heißen Showdown mit offenem Ende kulminiert.</p>
<p>Neben dem Hauptdarsteller Kurt Russell (wie seine Forscherkollegen in Vollbart) ziert ein weiterer berühmter Name den Vorspann. Ennio Morricone wird als Komponist des Soundtracks genannt, doch angeblich war John Carpenter nicht zufrieden mit dessen Arbeit und hat selber ein paar Stücke für den Film geschrieben. So oder so, der Score ist mit seinen Synthiestakkatos ein Kind seiner Zeit und seines Genres, damit aber trotzdem präsenter als sein Gegenstück aus der 2011er Neuauflage.</p>
<p>Diese erzählt quasi die Vorgeschichte zu <em>The Thing</em>. Norwegische Antarktisforscher entdecken in hunderttausend Jahre altem Eis ein UFO und bald auch ein Alien, welches das Schiff verlassen hat und dabei gefrostet wurde. Zusammen mit eingeflogenen amerikanischen Forschern (es soll ja nicht nur norwegisch gesprochen werden) soll der Fund analysiert werden. Doch keiner auf der Station hat damit gerechnet, dass das geborgene Alien noch lebt, und bald müssen die Forscher feststellen, dass dieses Ding Menschen kopieren kann.</p>
<p>Eine Stunde lang ergeht sich das Prequel darin, in einer Art respektvoller Verbeugung vor Carpenters Original wichtige Handlungselemente daraus nachzuerzählen und Verknüpfungen zu legen. Dies reicht von der Axt in der Wand und dem Funker mit den aufgeschnittenen Pulsadern, die Kurt Russell 1982 bei der Durchsuchung der norwegischen Station fand, bis hin zu dem versagenden Flammenwerfer und den aus der Arrestzelle fliehenden Gefangenen. Andere Elemente werden leicht variiert (z.B. <a href="http://www.archive.org/details/TheThingcompleteBloodTestScene">die legendäre Bluttestszene</a>), wobei nicht alle Neuerungen funktionieren.</p>
<p>So waren die Charaktere des Original-Casts markanter als in der Neuauflage; allein Kurt Russell steckt die B-Movie-Darsteller um Mary Elizabeth Winstead und ihre platten Nebenfiguren lässig in die Tasche. Auch das Monster, 2011 zeitgemäß digital animiert, hat einiges an Wirkungskraft verloren. Warum entpackt sich das Ding so langsam hinter der Hauptdarstellerin &#8211; in der gleichen Zeit hätte es sie schon längst abgefertigen können. Und eine spätere Verfolgungsjagd wäre erfolgversprechender verlaufen, wenn das Alien erst die Metamorphose beendet hätte. Außerdem scheint es bei späteren Auftritten nicht mehr so schnell zu sein wie beim anfänglichen Ausbruch &#8211; da war das Original konsequenter und damit auch bedrohlicher.</p>
<p>Erst zum Ende hin löst sich das Prequel schließlich vom Vorbild und setzt eigene Akzente mit seinem Finale im Inneren des Raumschiffs. Viel interessanter fand ich jedoch die Unterschiede, die einen Rückschluss auf unsere Gesellschaft erlauben. So war die Forschungsstation der Amerikaner 1982 eine reine Männerdomäne, in der im Aufenthaltsraum fleißig geraucht und getrunken wurde. Einen Film ohne Frauen mutet man 2011 dem Zuschauer nicht mehr zu; und so wie das Rauchen langsam aber sicher aus der Öffentlichkeit verbannt wird so sieht man auch in <em>The Thing</em> (2011) nur noch eine einzige glimmende Zigarette.</p>
<p>Am Ende war diese Doublefeature gerade durch den Vergleich der beiden Filme eine interessante Erfahrung; die 2011er Version bleibt jedoch zu belanglos um weiterempfohlen zu werden. John Carpenters Original von 1982 spielt dagegen in Sachen Atmosphäre auch aufgrund der Bild- und Tongestaltung in einer anderen Liga und hat so seinen Platz in der Geschichte des Horrorfilms verdientermaßen sicher.</p>
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		<title>Guardian of the Spirit</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 22:35:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<category><![CDATA[DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>

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		<description><![CDATA[Guardian of the Spirit ist eine japanische Animeserie, die in einer Fantasywelt spielt, die dem mittelalterlichen Japan angelehnt ist. Dort trägt der kleine Chagum, der zweite Sohn des Kaisers des Yogo-Imperiums, das Ei eines Wassergeistes in sich. Sein Vater empfindet dies als eine Bedrohung, da die Gründungsgeschichte des Reiches berichtet, dass der erste Kaiser durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Guardian of the Spirit</em> ist eine japanische Animeserie, die in einer Fantasywelt spielt, die dem mittelalterlichen Japan angelehnt ist. Dort trägt der kleine Chagum, der zweite Sohn des Kaisers des Yogo-Imperiums, das Ei eines Wassergeistes in sich. Sein Vater empfindet dies als eine Bedrohung, da die Gründungsgeschichte des Reiches berichtet, dass der erste Kaiser durch den Sieg über so einen Geist an die Macht kam. Um den Sohn zu schützen, gibt ihn seine Mutter in die Obhut der Speerkämpferin und Leibwächterin Balsa.</p>
<p>Die beiden begeben sich zusammen auf die Flucht vor den kaiserlichen Fängern. Freunde von Balsa, u.a. eine alte Schamanin, ünterstützen sie dabei und versuchen mit ihnen herauszufinden, was es mit dem Ei des Wassergeistes auf sich hat. Dabei stellt sich heraus, dass es eine Parallelwelt namens Nayug gibt, die mit der realen Welt eng verbunden ist und sich teilweise überschneidet. Das Ei des Wassergeistes ermöglicht Chagum, zwischen den Welten zu wechseln, denn zur Tag-und-Nacht-Gleiche, wenn die beiden Welten sich so nah sind wie sonst nie, wird der Geist schlüpfen. In Nayug gibt es aber auch Bedrohungen für das Ei und Chagum muss erkennen, dass es sein Schicksal ist, von einem Eierfresser aus Nayug getötet zu werden, damit der Geist leben und die Dürre des Landes beenden kann. Doch Balsa will dies auf keinen Fall zulassen&#8230;</p>
<p>Die Geschichte von <em>Guardian of the Spirit</em> ist eine angenehme Abwechslung zum üblichen Fantasy-Einerlei. Es gibt keine Zauberei (obwohl die Schamanin Torogai ihre Gegner zu täuschen weiß) und auch keine Zwerge, Elfen, Orks oder sonstige klassische Völker. Vielmehr ähnelt das Setting dem mittelalterlichen japanischen Kaiserreich (inklusive dem Glauben an Geister) und hat als Zugabe die Parallelwelt bekommen. Der reich ausgeschmückten Hintergrund der Geschichte mit den Bewohnern des Yogo-Imperiums bildet dabei ein stimmiges Gerüst, zu der die Parallelwelt Nayug einen starken Kontrast darstellt und somit stärker zur Geltung kommt</p>
<p>Die Charaktere sind ebenso detailliert ausgearbeitet und haben alle nuancierte Lebensgeschichten aufzuweisen. Der Hauptcharakter Chagum altert sogar in der fast ein Jahr umspannenden Story und bekommt ein kantigeres Gesicht, nachdem er anfangs noch die runden Wangen eines Kindes hat. Da die Romanvorlage zur Serie ein Jugendroman ist, finden sich im ruhigeren Mittelteil der 26 Folgen auch einige Episoden, bei denen es um die Sozialisierung von Chagum geht. Als Sohn des Kaisers muss er erst lernen, wie ein normaler Bürger zu leben, sein Essen einzukaufen und sich in die Gesellschaft einzugliedern. Diese feine Sorgfalt in der Gestaltung der Charaktere durchzieht die gesamte Serie und verleiht ihr eine überzeugende Stimmigkeit.</p>
<p>Animationstechnisch ist die TV-Produktion auf höchstem Niveau. Die Hintergründe bestechen duch wunderbar detaillierte Landschaften, die durch eine sehr filmhafte Bildgestaltung mit vielen Totalen sehr gut zur Wirkung kommen. Die Animationen, bei denen auf unpassende 3D-Effekte verzichtet wurde, dafür aber viel mit Tiefenschärfe gearbeitet wird, orientieren sich am um Realismus bemühten Handlungsrahmen und dem ruhigen Storytelling. Die Action, meist in Form von Kämpfen der Speerkämpferin, schließt sich diesem bodenständigen Eindruck an. Zwar springen die acht Krieger des Kaisers in einer Szene durch die Bäume, aber ansonsten ist die zu Grunde liegende Fantasywelt den physikalischen Gesetzen der Realität verbunden.</p>
<p>Ich habe mir die Complete Edition der Serie zugelegt, bei der alle Folgen in einer 5er-DVD-Box enthalten sind. Diese enthält eine gute deutsche Synchronisation, die sogar mit einigen interessanten 5.1-Effekten aufwarten kann. An die Originalstimmen reicht dies nicht ganz heran, doch empfand ich es angenehmer als ständig Untertitel mit zu lesen. Den tollen Soundtrack haben zum Glück alle Sprachfassungen, denn seit <em>Noir</em> habe ich keine Musikuntermalung einer Trickserie mehr gehört, die genau den Spagat zwischen Emotionen erzeugender Unterstützung der Handlung und Aufmerksamkeit auf sich ziehender Eigenständigkeit schafft.</p>
<p>Der Bildtransfer ist gelungen und von guter Qualität &#8211; bis auf die letzte DVD der Box. Denn dort befindet sich nicht nur eine Folge mehr als auf den vorhergehenden DVDs, sondern auch das gesammelte Bonusmaterial. Dadurch war nicht mehr genügend Platz für eine ansprechende Bitrate, so dass es vereinzelt zu Blockartefakten kommt bzw feine Details wie Farbverläufe am Himmel oder dort fliegende Vögel vermatschen. Schade, mit einer DVD mehr oder einer besseren Aufteilung wäre die Box auch technisch eine Empfehlung gewesen.</p>
<p>Trotzdem ist <em>Guardian of the Spirit</em> eine optisch, akustisch wie inhaltlich beeindruckende Serie, die sich durch ihr realistisches Setting und die feine Charakterzeichnung angenehm von anderen Genrewerken abhebt und damit meine Empfehlung verdient.</p>
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		<title>Virale Comedy</title>
		<link>http://www.kingoli.net/blog/2009/11/01/virale-comedy/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 22:16:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Stromberg ist natürlich nicht die erste Serie, die mit einem witzigen Homepage-Plagiat auf sich aufmerksam macht. Die englische Comedy The IT Crowd hat mit Reynholm Industries eine komplette Firmenwebsite inklusive Intranet online gestellt, auf der der geneigte Surfer auch Merchandise erwerben kann, welches nicht sofort verrät, dass es zu der Serie gehört. Deren erste zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/blog/2009/10/29/linkschleuder/">Stromberg</a> ist natürlich nicht die erste Serie, die mit einem witzigen Homepage-Plagiat auf sich aufmerksam macht. Die englische Comedy <a href="http://www.theitcrowd.co.uk/">The IT Crowd</a> hat mit <a href="http://www.reynholm.co.uk/">Reynholm Industries</a> eine komplette Firmenwebsite inklusive Intranet online gestellt, auf der der geneigte Surfer auch Merchandise erwerben kann, welches nicht sofort verrät, dass es zu der Serie gehört.</p>
<p>Deren erste zwei Staffeln habe ich in den letzten Wochen angesehen und bin begeistert. Eigentlich weniger aufgrund des Nerd-Faktors, den eine Serie über eine IT-Support-Abteilung automatisch hat, sondern weil die Serie keine Grenzen kennt. Alles wird mit feinstem englischen Humor ins Extreme gesteigert, die nur jeweils sechs Folgen pro Staffel haben als einzigen Zusammenhang die drei Hauptpersonen. Ansonsten geht es um Dinnerparties, skurile Chefs, Goths, Frauenprobleme, Kannibalismus &#8211; alles Handlungen, die ebenso in jeder anderen Comedy und mit anderen Charakteren denkbar wären.</p>
<p>Doch nur die <em>IT Crowd</em> traut sich, die wilde Mischung aus Klischees und Übersteigerungen durchzuhalten und eben nicht auf den Serieneffekt zu setzen und die Charaktere zu entwickeln. Das funktioniert dank der geringen Episodenanzahl prima, und genau in der Grauzone zwischen &#8220;So stelle ich mir unsere IT vor&#8221; und &#8220;So würde man in der IT gerne arbeiten&#8221; (ich sage nur Roys <a href="http://hideyourarms.com/tag/it-crowd/">T-Shirts</a>) finden sich vermutlich auch die begeisterten Zuschauer.</p>
<p>Wer die Serie nicht im englischen Original erleben kann (was man allerdings sollte), der hat momentan auf <a href="http://www.comedycentral.de/index.php/Shows/Detail/id/1583388/name/The%2BIT%2BCrowd">Comedy Central</a> die Gelegenheit, eine deutsche Ausstrahlung zu sehen.</p>
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		<title>Berlinale-Nachlese</title>
		<link>http://www.kingoli.net/blog/2009/09/27/berlinale-nachlese/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 16:40:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Berlinale]]></category>
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		<description><![CDATA[Viele interessante Filme, die dieses Jahr auf der Berlinale liefen, konnte ich leider nicht sehen. Bei zweien davon kam nun die Gelegenheit mit etwas Verspätung. The Yes Men fix the world lief als ARTE-Eigenproduktion vor ein paar Tagen auf eben jenem Sender. Der Film ist eine Dokumentation über zwei Anti-Globalisierungs-Aktivisten, die sich auf Konferenzen als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele interessante Filme, die <a href="/blog/2009/02/15/der-vorhang-ist-gefallen/">dieses Jahr auf der Berlinale</a> liefen, konnte ich leider nicht sehen. Bei zweien davon kam nun die Gelegenheit mit etwas Verspätung.</p>
<p><strong>The Yes Men fix the world</strong></p>
<p>lief als ARTE-Eigenproduktion vor ein paar Tagen auf eben jenem Sender. Der Film ist eine Dokumentation über zwei Anti-Globalisierungs-Aktivisten, die sich auf Konferenzen als Vertreter von bedeutenden Unternehmen oder Institutionen ausgeben. Dort halten sie entweder Vorträge, in denen sie auf extreme Art den Mechanismen des Kapitalismus den Spiegel vorhalten, oder verbreiten falsche Informationen, wie sie sich eine bessere Welt vorstellen, zum Beispiel durch Wahrnehmung der sozialen Verantwortung von Wirtschaftsunternehmen. So schafften sie es u.a. die BBC zu foppen und den Börsenkurs von Dow abstürzen zu lassen.</p>
<p>Zwischen den Auftritten und der meist schnell folgenden Enttarnung füttert der Film den Zuschauer mit den Informationen rund um die genarrten Firmen und geht auch den Medienberichten über ihre Aktionen nach, um die Verknüpfung zwischen der Wirtschaft und der Darstellung der Welt in den Medien zu erleuchten. Da auch die Vorbereitung der Vorträge gezeigt werden, sind diese meist nicht so lustig, wie sie sein könnten. Trotzdem musste ich manchmal schlucken, wenn ein Konferenzteilnehmer die Ironie nicht verstand und ernsthaft über die gefakten Präsentationen diskutierte.</p>
<p>Eine interessante Idee also, ansprechend und witzig umgesetzt. Traurig, dass die Welt Filme wie <em>The Yes Men fix the world</em> überhaupt braucht, aber schön, dass diese Form der Kritik trotzdem möglich ist und hoffentlich auch einige Augen öffnet.</p>
<p><strong>Der Knochenmann</strong></p>
<p>ist die dritte Verfilmung eines Brenner-Romans nach <a href="/blog/2006/01/05/tv-woche-nummer-1/">Komm, süßer Tod</a> und <em>Silentium</em> mit dem großartigen Josef Hader. Ex-Kommissar Brenner hat es diesmal aufs Land verschlagen, wo er in eine Geschichte rund um osteuropäische Prostituierte, slowakische Zuhälter und eine verstrittene Wirtshausfamilie gerät. Ein paar gute Absichten und einen Unfall später gerät die Situation außer Kontrolle und die wilde Ansammlung von Kreinkriminellen dezimiert sich zuksessiv, während Brenner mitten drin versucht, selber am Leben zu bleiben und Birgit, die Schwiegertochter des Wirts, näher kennen zu lernen.</p>
<p>Wie alle Brenner-Filme ist auch <em>Der Knochenmann</em> schwarzhumorig, lebt jedoch stärker als die Vorgänger von seinen gut ausgearbeiteten Charakteren und ihren hervorragenden Darstellern. Allen voran Josef Bierbichler, der die vielen Seiten des Wirts Löschenkohl glaubwürdig auf die Leinwand bringt: Der leidenschaftliche Koch, der verliebte Mann, aber auch der resolute und eigenbrötlerische Vater; die Figur ist gleichzeitig Ruhepol und treibende Kraft des Films. Wie er versucht, aus eigener Kraft das Ruder rumzureißen, dabei in eine Spirale der Gewalt gerät und sein eigentliches Ziel in immer weitere Ferne verschwinden sehen muss, das ist großes Kino.</p>
<p>Hinzu kommt der ungewöhnliche, aber sehr intensive Score von den Sofa Surfers und die gelungene Kamera, die immer wieder ausdrucksstarke Blickwinkel und Einstellungen findet. Ein sehr guter Film also, den ich in Form der überzeugenden DVD allen Freunden des Kabarettisten Hader oder des schwarzen Humors ans Herz lege.</p>
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		<title>Futurama &#8211; The complete Series</title>
		<link>http://www.kingoli.net/blog/2009/05/08/futurama-the-complete-series/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 May 2009 22:46:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<category><![CDATA[DVD]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem ich schon die vier Futurama-Direct-to-DVD-Filme erworben hatte, konnte ich mich auch bei der Serien-Komplett-Box nicht zurückhalten. Die 72 Folgen kommen in einem Würfel daher, in dem die 15 DVDs in einfachen Pappschubern untergebracht sind, die man leider nur sehr schwer herausnehmen kann. Das hätte man auch glücklicher lösen können. Wichtiger als die Verpackung ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich schon die <a href="/blog/2008/04/10/futurama-benders-big-score/">vier</a> <a href="/blog/2008/09/15/futurama-die-ara-des-tentakels/">Futurama</a>-<a href="/blog/2009/01/31/futurama-benders-game/">Direct-to-DVD</a>-<a href="/blog/2009/04/20/futurama-leela-und-die-enzyklopoden/">Filme</a> erworben hatte, konnte ich mich auch bei der Serien-Komplett-Box nicht zurückhalten. Die 72 Folgen kommen in einem Würfel daher, in dem die 15 DVDs in <a href="http://www.fox.de/dvd/futurama_complete_box_season_1_4_15er_disc-set_-12352/12352/">einfachen Pappschubern</a> untergebracht sind, die man leider nur sehr schwer herausnehmen kann. Das hätte man auch glücklicher lösen können.</p>
<p>Wichtiger als die Verpackung ist jedoch der Inhalt, und da kann ich mich als Futurama-Fan nicht beschwerden. Die Bildqualität ist gut (vor allem wenn meine PS3 das Bild auf FullHD skaliert) und dank der originalen Tonspur kam ich endlich in den Genuss des ursprünglichen Witzes der Serie. Die Menüs der DVDs können da nicht mithalten: Die Schriftarten sind verpixelt und die Bedienung umständlich. Wenn man die Sonderausstattungen erreichen möchte, muss man erst den Umweg über eine Episode nehmen, erreicht jedoch immer dasselbe Menü.</p>
<p>Ab der dritten Staffel werden die DVDs dann besser. Es gibt statt langweiligen Storyboards entfallene Szenen, die Qualität der Menüs ist deutlich höher (keine JPEG-Artefakte mehr) und man muss sich nach einer Folge nicht erst Warnmeldungen in dreißig Sprachen ansehen, um weiterzuschauen. Besonders gelungen sind die Menüs der letzten Folgen, die gut den Stil der Serie aufnehmen. Witzig fand ich noch die enthaltene Werbung für die Box der ersten Staffel: &#8220;Available on DVD and Video&#8221; &#8211; das letztere Format ist inzwischen quasi ausgestorben.</p>
<p>Fazit: Fans der Serie können ohne zu Überlegen zugreifen; in besserer Qualität kann man alle Episoden momentan nicht erwerben. Doch geärgert habe ich mich über die Menüs und in die Benutzerführung auf den DVDs; die Verpackung macht einen ebenso billigen Eindruck. Es scheint, als hätte man die Boxen der einzelnen Staffeln einfach lieblos zusammengefasst, um zum Anlass der neuen Filme noch ein paar Exemplare abzusetzen. Zumindest passen Preis und Inhalt zueinander, so dass ich den Kauf nicht bereut habe.</p>
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		<title>Futurama &#8211; Leela und die Enzyklopoden</title>
		<link>http://www.kingoli.net/blog/2009/04/20/futurama-leela-und-die-enzyklopoden/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Apr 2009 18:52:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum Abschluss der vier Direct-to-DVD-Veröffentlichungen ist es den Machern um Matt Groening wie schon in Bender&#8217;s Big Score wieder gelungen, einen durchgängig guten Film zu produzieren. Ganz ohne ablenkende Nebenplots kann die Story überzeugen, und in anderthalb Stunden gibt es diesmal keinen einzigen Hänger. Hauptthema in Leela und die Enzyklopoden ist die Zerstörung der Natur. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Abschluss der vier Direct-to-DVD-Veröffentlichungen ist es den Machern um Matt Groening wie schon in <a href="/blog/2008/04/10/futurama-benders-big-score/">Bender&#8217;s Big Score</a> wieder gelungen, einen durchgängig guten Film zu produzieren. Ganz ohne ablenkende Nebenplots kann die Story überzeugen, und in anderthalb Stunden gibt es diesmal keinen einzigen Hänger.</p>
<p>Hauptthema in <em>Leela und die Enzyklopoden</em> ist die Zerstörung der Natur. Nachdem Amy Wongs Vater den Mars zu einem Spielkasino umgestaltet hat und dabei den halben Planeten planierte, geht er das nächste große Projekt an: Einen Riesen-Minigolf-Kurs durch die Milchstraße, bei dem auch das eine oder andere Sonnensystem weichen muss. Während Leela und Amy sich Öko-Feministinnen anschließen und die Bauarbeiten sabotieren wollen, lässt der Professor sich von Wong dafür schmieren, ökologische Unbedenklichkeitserklärungen zu unterschreiben. Fry dagegen kann plötzlich die Gedanken anderer Menschen lesen und gerät in eine Geheimorganisation von Gedankenlesern, die ihm erklären, dass er (mal wieder) die Rettung des Universums ist, weil niemand in der Lage ist, seine Gedanken zu lesen&#8230;</p>
<p>So ein wenig hat man die Thematik Umweltschutz schon im <a href="/blog/2009/01/31/futurama-benders-game/">dritten Film</a> angeschnitten, als es um nicht erneuerbare Energieresourcen ging. Nun gibt es die komplette Breitseite: Von der Entstehung und dem Aussterben der Arten über deren Lebensräume und Evolution bis hin zum Umgang der Menschheit mit der Natur werden viele Fragen gestellt, nicht beantwortet, aber zumindest mit verschiedenen Argumenten gefüttert und so beleuchtet. Dabei kommt es zu so ironischen Szenen wie einer Leela, die den auf den Mars gefundenen Wurm abwechselnd töten will, weil er als Parasit von ihrem Blut lebt, und dann wieder retten will, weil er das letzte Exemplar einer aussterbenden Rasse ist. Dass Umweltschutz kein leichtes Thema ist und Entscheidungen immer abgewogen werden müssen wird so quasi im Vorbeigehen vermittelt.</p>
<p>Am Ende des Films kommt es schließlich zu einem Showdown. Für das Ende der Serie selber als auch für zwei Ur-Rassen: den Dunklen als Feind allen Lebens und den Enzyklopoden als deren Hüter, die sich seit Ewigkeiten gegenseitig zu übertrumpfen und zu verdrängen versuchen und nun beide vom Menschen bedroht werden. Dieser nimmt quasi den Gegenpol zu Gott als Schöpfer ein und erhebt sich über ihn, indem er dessen Werk vollendet durch die Auslöschung von Pflanzen- und Tierarten.</p>
<p>Neben diesem Hauptthema hält sich der Film an den gewohnten Sci-Fi-Anspielungen merklich zurück (mit der Ausnahme, dass Zapp Brannigan Picards <em>Make it so</em> sagen darf). Dafür schafft es Futurama inzwischen problemlos, in eigenen Anspielungen zu schwelgen. Der Anführer des Gedankenleser-Geheimbundes mit der großen <a href="http://futurama.wikia.com/wiki/Nine">Neun</a> auf dem Hemd ist nicht etwa eine Referenz auf den Oscar-prämierten Kurzfilm 9, sondern ein nie ausgebauter Hintergrundcharakter der Serie und dass Amy ein dickes Kind war, wurde auch schon einmal gezeigt. Es ist also noch genügend Raum im Futurama-Kosmos, um Geschichten über das offene Ende hinaus zu erzählen. Ich hoffe auf <a href="/blog/2009/02/26/death-sells-oder-doch-nicht/">weiteres Material</a>, ob nun als Serie oder auf DVD.</p>
<p>Zu guter Letzt will ich noch auf die Extras der DVD eingehen: Neben den obligatorischen entfallenden Szenen gibt es erneut Anleitungen für das Zeichnen von Futurama-Charakteren, ein Interview mit dem Gaststar Penn Jillette (nie gehört), eine selbstironische Präsentation des Produktionsablaufs der DVDs, eine kurze Dokumentation über den Ausflug von Matt Groening und David X. Cohen in die Schwerelosigkeit und schließlich zwei scherzhafte Anleitungen: Bender erklärt korrektes Verhalten im Kino und Zapp Brannigan erläutert zehn Schritte für ein erfolgreiches Date. Ingesamt präsentiert sich der vorerst letzte Futurama-Film also als überzeugendes Gesamtpaket, nicht für Fans der Serie.</p>
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		<title>Funny Games</title>
		<link>http://www.kingoli.net/blog/2009/03/28/funny-games/</link>
		<comments>http://www.kingoli.net/blog/2009/03/28/funny-games/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 00:45:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<category><![CDATA[DVD]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe mir an den letzten beiden Abenden Original und Remake von Michael Hanekes wohl bekanntestem Werk angesehen und will nun ein paar Worte darüber verlieren. Auffallend ist, dass der Regisseur seinen eigenen Film für die 2007er U.S.-Version fast 1:1 nachgedreht hat; nur leicht modifiziert für den amerikanischen Kulturkreis. Die meisten Einstellungen sind identisch, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe mir an den letzten beiden Abenden Original und Remake von Michael Hanekes wohl bekanntestem Werk angesehen und will nun ein paar Worte darüber verlieren. Auffallend ist, dass der Regisseur seinen eigenen Film für die 2007er U.S.-Version fast 1:1 nachgedreht hat; nur leicht modifiziert für den amerikanischen Kulturkreis. Die meisten Einstellungen sind identisch, die Kulissen (vor allem das Haus) weisen eine unglaubliche Übereinstimmung auf und auch die Dialoge in den deutschen Versionen gleichen sich bis auf ein paar wenige Modernisierungen. Der größte Unterschied besteht in der Besetzung der Rollen, wobei mir die mitteleuropäischen Schauspieler ein wenige besser gefallen haben. Sie wirken einfach authentischer und weniger overacting in ihrer Verkörperung des Bürgertums, da kann auch ein <a href="/blog/?s=michael+pitt&#038;submit=+%3F+">Michael Pitt</a> nichts daran ändern.</p>
<p>So viel Übereinstimmung deutet darauf hin, dass die Form des Films eines wichtige Rolle für Haneke spielt. Und so wundert es auch nicht, dass sich zwei immer wiederkehrende Themen in seinen Filmen auch in <em>Funny Games</em> wiederfinden. Das Eine ist das Eindringen einer Gefahr in die sorgsam geschützte Privatsphäre einer Familie, die zeigt, wie verletzbar sie gerade durch die Abschirmung ist. Die Schutzmauern bilden plötzlich ein Gefängnis, in welchem die scheinbar heile Welt zwar durch äußere Einflüsse, aber doch von innen heraus zerstört wird &#8211; das zweite wichtige Element vieler Haneke-Filme, auf das ich nun detaillierter eingehe.</p>
<p>Die äußeren Einflüsse werden verkörpert durch die beiden jugendlichen Eindringlinge, die ganz in weiß gekleidet plötzlich auf der Schwelle des Hauses stehen. Doch ähnlich wie die <a href="/blog/2008/02/17/die-ganze-kraft-einer-gesellschaft/">Videos in Caché</a> stehen sie synonym für den Einfluss der Zuschauer auf die Handlung. Die Farbe Weiß symbolisiert deren Selbstsicht, den Anschein der Unschuld zu erwecken, während die Handschuhe darauf hinweisen, dass die Betrachter auf der anderen Seite des Fernsehers oder der Leinwand schon allein durch ihren Voyeurismus Einfluss ausüben, ohne jedoch Spuren zu hinterlassen. Und damit wird auch der scheinbare Sadismus, mit dem Haneke die Familie nach und nach auslöscht und jede kleinste Hoffnung auf ein nicht so deprimierendes Ende zerstört, als Sadismus des Zuschauers entlarvt, der sich diesen Film ja offensichtlich ansieht und von den beiden Eindringlingen in dieser Rolle auch direkt angesprochen wird. Der Einfluss bei einem passiven Medium wie dem Kino ist zwar nur symbolisch, aber zumindest weiß das Publikum vorher, was es von einem Film zu halten hat, und schaut sich diesen bewusst an. Damit ist es auch verantwortlich für Filme, die seine Erwartungen entsprechen wollen, und die daraus resultierende Handlung &#8211; und genau dies zeigt Haneke auf drastische Art und Weise.</p>
<p>Die Rolle der Zuschauer wird besonders deutlich in einer Szene, in der die Kamera und damit auch der Betrachter einem der Eindringlinge über die Schulter schaut, während dieser mit der Fernbedienung den Fernseher bedient. Diese beiden auffallend häufig ins Bild gesetzten Elemente &#8211; Fernseher und Fernbedienung &#8211; haben eine wichtige Symbolik in <em>Funny Games</em>; sie bilden die schon erwähnte Ambivalenz des Publikums ab. Das TV-Gerät steht dabei für seine scheinbare Passivität, während die Fernbedienung den aktiven Einfluss, die Steuerung einzelner Aspekte der Handlung, symbolisiert.</p>
<p>Wenn die Familie zu Beginn mit einer Fernsteuerung das Tor zum Grundstück schließt, so verbaut sie sich damit auch den wichtigsten Fluchtweg. Sowohl der Sohn als auch die Mutter werden das Tor bei ihren Fluchtversuchen nicht überwinden können, denn fortan liegt die Steuerung in der Hand der Eindringlinge. Sie bestimmen über die TV-Fernbedienung das Programm und die Handlung; sie sind sogar in der Lage, ein in der Filmkontinuität passiertes Ereignis durch Zurückspulen ungeschehen zu machen &#8211; sie sind der in Rollen gekleidete verlängerte Arm der Zuschauer und wissen dies zu nutzen.</p>
<p>Die schon erwähnte Zapping-Szene passt als Analogon gut zu den verschiedenen Geschichten, die die Eindringlinge über sich erzählen (und sich zum Beispiel die Namen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Beavis_und_Butthead">Beavis und Butthead</a> geben). So wie ein Zuschauer vor dem Fernsehgerät durch verschiedene Sender wechselt, so wird hier beliebig durch Hintergründe der Eindringlinge gewechselt &#8211; sie sind austauschbar, soll dies heißen, und nicht weiter wichtig in ihrem Inhalt, sondern nur in der Symbolik als Medienentitäten. Damit erklärt sich auch die amüsierte Reaktion auf die Aussage des Vaters, dass er das Spiel verstanden hat. Er hat eben nicht begriffen, dass er nur ein Spielball ist in der Unterhaltung des Publikums. Zitat:</p>
<blockquote><p>Unterschätzen Sie bitte nicht den Unterhaltungswert</p></blockquote>
<p>Und so verbirgt sich hinter dem Reflex der Mutter, die nach dem Tod ihres Sohnes zuerst das Fernsehgerät auszuschalten versucht, auch die Hoffnung, auf diese Art und Weise den äußeren Einfluss über die Fernbedienung zu unterbinden. Doch das Blut ihres Sohnes bleibt außen am Fernseher kleben und verdeutlicht die Sinnlosigkeit der Aktion. Der Einfluss kommt von außerhalb ihrer Filmrealität und so wie die Sendungen in ihrem TV sich nicht auf die Filmhandlung auswirken kann sie auch keinen Einfluss auf den Zuschauer ausüben und ihre Qualen beenden; sie kann dem von außen bestimmten Ende nicht entgehen.</p>
<p>Zum Schluss des Films, als es um den Sinn hinter all dem Sadismus geht, lässt Haneke seine beiden Eindringlinge noch etwas über Fiktion und Realität innerhalb von Filmen philosophieren und kommt erneut zum Schluss, dass es aus Sicht der Betrachter keinen Unterschied macht. Der Inhalt ist, wenn nicht komplett erfunden, so doch manipulativ zusammengeschnitten und auf die Erwartungen eines Publikums ausgerichtet. Wir als Zuschauer bekommen die Filme, die wir fordern, bei der Rezeption sollte man jedoch aufpassen, die Bilder nicht als real zu verstehen, sondern die Intention hinter dem medialen Abbild zu ergründen. Was ich für <em>Funny Games</em> hiermit getan habe.</p>
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		<title>Futurama: Bender&#8217;s game</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 22:20:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland ist kein Hochtechnologie-Land (mehr). Erst die Pleite der Siemens-Handy-Sparte, dann der Wegzug von Nokia, schließlich die Insolvenz von Quimonda &#8211; dass der dritte Futurama-Film hierzulande nur auf DVD und nicht wie in den USA und England auch auf Blu-Ray erschienen ist, ist nur ein weiteres Indiz für dieses Problem. Stattdessen versucht man den deutschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland ist kein Hochtechnologie-Land (mehr). Erst die Pleite der Siemens-Handy-Sparte, dann der Wegzug von Nokia, schließlich die Insolvenz von Quimonda &#8211; dass der dritte Futurama-Film hierzulande nur auf DVD und nicht wie in den USA und England auch auf Blu-Ray erschienen ist, ist nur ein weiteres Indiz für dieses Problem. Stattdessen versucht man den deutschen Käufer mit einem Pappschuber für die DVD-Hülle zu befriedigen &#8211; ein erbärmlicher Ersatz.</p>
<p>Im ihrem inzwischen dritten Direct-to-DVD-Film beschäftigt die Planet-Express-Crew die dunkle Materie, der Treibstoff der Zukunft. Einst von Professor Farnworth für die Energiegewinnung entdeckt, hat diese Moms globales Imperium begründet. Als sie dieses Monopol schamlos auszunutzen beginnt, will der Professor mit einem die dunkle Materie zerstörendem Kristall dem die Grundlage entziehen. Währenddessen ist Bender dem Spiel Dungeons &#038; Dragons verfallen und hat sich seine eigene Fantasiewelt aufgebaut, in der sich plötzlich durch einen Zwischenfall mit dem Kristall alle Mitglieder der Crew wiederfinden und Rollen in Benders Version des Herrn der Ringe einnehmen müssen&#8230;</p>
<p>Nachdem mit Gary Gygax der Erfinder von Dungeons &#038; Dragons letztes Jahr verstorben ist, dachten sich die Futurama-Macher, dass sie ihn am Besten mit einer Parodie seiner Spielewelt und des Herrn der Ringe würdigen könnten. Und damit ist auch die Hälfte des Films schon erzählt, denn sie besteht nur aus einer Aneinanderreihung von Filmzitaten und -anspielungen, die zwar für kurze Lacher sorgen, aber garantiert nicht zum wiederholten Anschauen des Films anregen.</p>
<p>Dagegen bietet die Rahmenhandlung wieder wissenschaftliche und hintergründige Witze (Authentifikation und Autorisation), Anspielungen auf Klassiker des Science Fiction (die Klappsmühle für Roboter ist nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HAL_9000">HAL</a> benannt) und vor allem Seitenhiebe ohne Ende auf das aktuelle Problem der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen, für dass eine schöne Analogie gefunden wurde. Insgesamt fehlt es jedoch der Story wieder an Inhalt und Substanz, so dass <em>Bender&#8217;s game</em> aus meiner Sicht sogar schlechter als <a href="/blog/2008/09/15/futurama-die-ara-des-tentakels/">Die Ära des Tentakels</a> ist.</p>
<p>Dafür ist die DVD wieder mit umfassendem Bonus-Material ausgestattet, inklusive einer genialen Bender Anti-Piraterie-Warnung und viel Doku aus der Produktion. Und für alle die es wissen wollen: No Lego was harmed by the production of the DVD!</p>
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		<title>Futurama: Die Ära des Tentakels</title>
		<link>http://www.kingoli.net/blog/2008/09/15/futurama-die-ara-des-tentakels/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Sep 2008 21:15:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[DVD]]></category>

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		<description><![CDATA[Fünf Monate nach dem ersten Film ist endlich auch in Deutschland die zweite DVD der neuen Futurama-Film-Serie erschienen, die dank Amazon pünktlich am 12. bei mir war. Film Nummer Drei &#8211; Veröffentlichung der amerikanischen Version ist Anfang November &#8211; erwarte ich dann auf Blu-Ray in Full-HD. Aber bis dahin heißt es weiterhin SD bei Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="/blog/2008/04/10/futurama-benders-big-score/">Fünf Monate</a> nach dem ersten Film ist endlich auch in Deutschland die zweite DVD der neuen Futurama-Film-Serie erschienen, die dank Amazon pünktlich am 12. bei mir war. Film Nummer Drei &#8211; Veröffentlichung der amerikanischen Version ist Anfang November &#8211; erwarte ich dann auf <a href="http://www.futurama-area.de/index.php?newsid=88">Blu-Ray</a> in Full-HD.</p>
<p>Aber bis dahin heißt es weiterhin SD bei <em>Die Ära des Tentakels</em>, wenn auch im 1:78-Format. Der Film schließt nahtlos an den ersten Teil an, in dem ein riesiges Dimensionsloch in das Universum gerissen wurde. Dieses ermöglicht den Übergang in ein anderes Universum, welches von einem riesigen und unheimlich einsamen Tentakelwesen bewohnt wird. Als der liebeskranke Fry sich in dieses andere Universum hinüberbegibt, regt er damit das Tentakelwesen an, sich in unseres aufzumachen und alle Lebewesen mit seiner Liebe zu beglücken&#8230;</p>
<p>Im Vergleich zur ersten Film-Episode fällt die <em>Die Ära des Tentakels</em> storytechnisch leider total ab &#8211; zu ausgetreten sind die Pfade, auf denen sich die Handlung abspielt. Dafür ist diesmal das Gag-Level deutlich höher, vor allem die vielen kleinen Details im Hintergrund überzeugen. Trotzdem hatte ich die gesamte Zeit das Gefühl, nur eine Folge im Fernsehen zu sehen. Eine immerhin kurzweilige, aber dramaturgisch nicht auf Film-Niveau spielende Folge. Dazu fehlt deutlich ein zentrales Thema und vor allem ein roter Pfaden. Keine SciFi-Verarsche, nur ab und zu ein paar politische Spitzen, das ist einfach zu wenig für meine hohen Erwartungen an Futurama. Ein Glück, dass es noch Bender gibt, der anarchistisch wie immer den Film rettet.</p>
<p>An Bonusmaterial sticht diesmal neben ein paar Informationen aus der Produktion eine neue Episode heraus, die aus den Videosequenzen des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Futurama_(video_game)">Futurama-Spiels</a> zusammengeschnitten wurde. Bleibt zu konstatieren, dass <em>Die Ära des Tentakels</em> nicht so gut wie <em>Benders Big Score</em> geworden ist, aber zumindest anderthalb Stunden mit viel Witz überzeugen kann.</p>
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		<title>Futurama: Bender&#8217;s Big Score</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Apr 2008 20:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<category><![CDATA[DVD]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ja ein großer Fan der Simpsons. Doch für Futurama habe ich sogar Vorlesungen geschwänzt und war dementsprechend am Boden zerstört, als die Serie eingestellt wurde. Umso mehr begeisterte mich die Idee, vier neue Folgen in Spielfilmlänge auf DVD zu veröffentlichen, und habe mir die erste davon sofort bei Veröffentlichung zugelegt (leider besteht die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja ein großer Fan der Simpsons. Doch für Futurama habe ich sogar Vorlesungen geschwänzt und war dementsprechend am Boden zerstört, als die Serie eingestellt wurde. Umso mehr begeisterte mich die Idee, vier neue Folgen in Spielfilmlänge auf DVD zu veröffentlichen, und habe mir die erste davon sofort bei Veröffentlichung zugelegt (<a href="http://futurama-blog.de/2008/02/06/deutsches-dvd-cover/">leider besteht die deutsche Version nur aus Hülle und DVD</a>).</p>
<p>Die Handlung dreht sich um eine Rasse von nackten Außerirdischen, die ein Sinnesorgan für wertvolle Informationen besitzen und es schaffen, innerhalb kürzester Zeit den Planeten Erde unter ihre Kontrolle zu bringen. Dabei entdecken sie auf Frys Hintern einen Code in der Form von Benders Kopf, der es ermöglicht, eine Zeitreiseblase zu öffnen und sich per One-Way-Ticket in die Vergangenheit zu begeben. In Anspielung auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Personen_und_Lebewesen_aus_dem_Roman_Per_Anhalter_durch_die_Galaxis#Marvin">Marvin den depressiven Roboter</a> darf Bender für die Besatzer sämtliche wertvollen Gegenstände aus der Geschichte der Erde stehlen. Doch als er schließlich den vor den Außerirdischen zurück ins Jahr 2000 geflohenen Fry liquidieren soll, bekommt sogar der Roboter Gewissensbisse&#8230;</p>
<p>Da Co-Produzent <a href="http://www.andreas-rauscher.de/futurama.htm">David X. Cohen Stanislaw Lem als eine Inspirationsquelle nennt</a>, war es nur eine Frage der Zeit (und des Geldes), bis sich die Serie noch einmal ausgiebig mit dem Thema Zeitreisen beschäftigte. Gewitzt spielt <em>Bender&#8217;s Big Score</em> mit verschiedenen Aspekten dieser Logikspielerei wie dem nur für die Zeit der Handlung existierenden Tattoo auf Frys Allerwertesten (siehe dazu <a href="http://www.hp-gramatke.de/time/german/page0300.htm">Sterntagebücher / Aus Tichys Erinnerungen IV</a>) oder der immer weiter aufgeblähten Szene um Frys Pizzalieferung 2000 im cryogenischen Labor.</p>
<p>Daneben überzeugt die Analogie der Rasse der nackten Aliens mit ihren aufgeblähten Hälsen, in denen ein Organ zur Wahrnehmung von wertvollen immateriellen Daten sitzt, die jedem deutlich zeigen, dass man selbst splitternackt noch Dinge zu verbergen hat. Sie überschwemmen die Erde erst mit einer Flut von personalisierter Werbung, um danach Zugang zu den wirklich wichtigen Daten zu erlangen. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema informationelle Selbstbestimmung in Futurama &#8211; das ist mehr, als ich erwartet hätte.</p>
<p>Dazu gibt es noch eine Nebenhandlung um die Beziehung von Fry und Leela; Nibbler und Zapp Brannigan wurden in die Story eingebaut und für Fans wie mich gibt es Anspielungen zu Hauf auf andere Episoden. Groening konnte sich zudem nicht verkneifen, mit der Entscheidung von Fox zur Einstellung der Serie abzurechnen. Alles in allem ist Bender&#8217;s Big Score eine überdurchschnittliche Folge der Serie, wenngleich gerade am Anfang das Timing noch nicht ganz filmreif ist. Dies bessert sich aber gegen Ende, wenn die parallelen Handlungsstränge auseinander und wieder zusammen laufen, und der typische Humor der Serie muss an keiner Stelle vermisst werden. Fans können also bedenkenlos zugreifen!</p>
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