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	<title>The KingOli Blog &#187; Blu-Ray</title>
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	<description>The KingOli Blog</description>
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		<title>Planet der Affen: Prevolution</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 22:36:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verloren hat mich der Film bereits in den ersten fünf Minuten. Dies lag zum Einen daran, dass die Affen trotz perfekter anatomischer Animation nicht überzeugt haben, da sie sich gefühlt unnatürlich bewegten (Andy Serkis mag ein guter Gollum sein, ein Affe ist er aber nicht). Und zum Anderen an dem schlechten Plotaufhänger, dass in einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verloren hat mich der Film bereits in den ersten fünf Minuten. Dies lag zum Einen daran, dass die Affen trotz perfekter anatomischer Animation nicht überzeugt haben, da sie sich gefühlt unnatürlich bewegten (Andy Serkis mag ein guter <a href="/blog/?s=Gollum">Gollum</a> sein, ein Affe ist er aber nicht). Und zum Anderen an dem schlechten Plotaufhänger, dass in einem Tierversuchslabor trotz ärztlicher Kontrolle &#8211; die Wissenschaftler wollen ja wissen, welche Auswirkungen ihr Medikament hat &#8211; nicht aufgefallen ist, dass ein Versuchsaffe in seiner Zelle ein Baby zur Welt gebracht hat.</p>
<p>Mit so einem Einstieg hatte es der Film natürlich in der Folgezeit schwer, mich zu begeistern. Wenige gute Ideen wie das <a href="http://www.negativ-film.de/2011/08/planet-der-affen-prevolution-ruckbezuge.html">Einbinden des Starts der Icarus</a> werden durch mäßige Schauspielleistungen (kann Tom Felton nur <a href="/blog/?s=Draco+Malfoy">Draco Malfoy</a> darstellen?) und das nicht nachvollziehbare Drehbuch aufgefressen. Zwei Beispiele:</p>
<p>Caesar, der erste intelligente Affe, beobachtet, wie der an Alzheimer leidende Vater seines Ziehvaters vor dem Haus in das offen stehende Auto des Nachbars steigt und damit sofort einen Unfall baut. Als der Nachbar deswegen auf den alten Mann losgeht, will Caesar diesen verteidigen und beißt dem Nachbarn einen Finger ab. In dieser Reihenfolge sind die Handlungen durchaus nachvollziehbar. Doch sieht man in anderen Szenen, wie Kinder aus dem Viertel mit Skateboards und BMX-Rädern auf der Straße herumspielen und vorbeifahrenden Autos gegen den Kotflügel treten, dann fragt man sich, wieso der Nachbar sein Auto mit offener Tür und steckenden Schlüssel auf der Straße stehen lässt. Durch solche Unachtsamkeiten fällt die gesamte Szene wie ein Kartenhaus in sich zusammen.</p>
<p>Ganz erbärmlich dann die Schlussszene. Caesar hat seine Affengeschwister durch halb L.A. und die Golden Gate Brigde in den Park mit den Riesenbäumen getrieben. Seit der Flucht aus dem Affenhaus hat sein Ziehvater Will (ebenfalls schwach: James Franco) ihn verfolgt, hat sich in lebensbedrohliche Situationen wie dem Kampf der Polizei gegen die Affen begeben, und schlussendlich Caesar auch gefunden. Nun fragt sich der Zuschauer, warum Will all diese Strapazen auf sich genommen hat und muss mit anhören, dass er den ausgewachsenen Affen, der gerade eine halbe Stadt verwüstet hat, in Misachtung alles Erlebten tatsächlich bittet, wieder mit nach Hause zu kommen.</p>
<p>Der Film besteht nur aus solchen notdürftig aneinandergeketteten und nicht funktionierenden Szenen, die den Eindruck machen, als ob das Drehbuch rund um ein paar Ideen zusammengeschustert wurde und um die üblichen Actionfilm-Must-Haves angereichert wurde. Charakterentwicklung auf Menschden- oder Affenseite? Fehlanzeige! Die gesamte Actionszene auf der Golden Gate Bridge hat keinerlei narrative Notwendigkeit und die vorherige Hetze durch ein seltsam leeres Los Angeles ebensowenig &#8211; hier wird das faktisch machbare präsentiert, aber ob es dem Film in seiner Erzählung hilft wird niemals hinterfragt (mein Highlight: ein Dutzend Affen springt aus den Fenstern des Laborgebäudes &#8211; sinnfrei, aber effektvoll). So kann ich nur konstatieren, dass das Franchise <a href="/blog/2001/09/04/planet-der-affen/">ein weiteres Mal</a> zu Grabe getragen wurde &#8211; nur diesmal wird das <a href="http://boxofficemojo.com/movies/?id=riseoftheapes.htm">Einspielergebnis</a> nach den geltenden Regeln Hollywoods wohl eine Fortsetzung nach sich ziehen. Ich brauche sie nicht!</p>
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		<title>Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 23:42:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über Fremde Gezeiten kann man interessanterweise viel reden, ohne den Film direkt zu besprechen. So basiert er auf einem Roman von Tim Powers aus dem Jahr 1987, der die wichtigsten Handlungselemente vorgibt: Die Quelle der Jugend als Ziel, Blackbeard als Gegenspieler und die allgegenwärtige Voodoo-Magie. Damit passt er natürlich wie die Faust aufs Auge zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über <em>Fremde Gezeiten</em> kann man interessanterweise viel reden, ohne den Film direkt zu besprechen. So basiert er auf einem Roman von <a href="/blog/2008/01/22/declare/">Tim Powers</a> aus dem Jahr 1987, der die wichtigsten Handlungselemente vorgibt: Die Quelle der Jugend als Ziel, Blackbeard als Gegenspieler und die allgegenwärtige Voodoo-Magie. Damit passt er natürlich wie die Faust aufs Auge zu der <em>Fluch-der-Karibik</em>-Serie, für dessen vierten Teil Disney die Filmrechte von Powers erwarb. Da dieser Roman auch Einfluss auf die <a href="/blog/2010/09/11/me-monkey-island/">Monkey-Island-Serie</a> hatte, wird der Kreis der gegenseitigen Beeinflussung langsam unübersichtlich.</p>
<p>Desweiteren wurde der Film komplett <a href="http://camerarentalz.com/pirates-caribbean-shot-on-red/">digital in 3D mit neuen Kameras</a> der Firma <a href="http://www.red.com/experience#shot_on_red_67">RED</a> gedreht, was zu einigen guten wie schlechten Bildern geführt hat (in der 2D-Fassung, die 3D-Version kann ich nicht beurteilen). So fehlt es manchen dunklen Szenen an Details und Tiefenwirkung, so dass sie flau wirken &#8211; dafür überzeugen die Naturaufnahmen mit wunderbar kräftigen Farben. Die digitalen Kameras sind also noch nicht ganz in den Regionen des klassischen 35mm-Films angekommen, aber wenn 3D verkauft werden soll, dann wird schnell auf den billigeren Digitalworkflow zurückgegriffen und eine inkonsequente Farbgestaltung in Kauf genommen.</p>
<p>Wobei ich schon beim Gesamteindruck des Films bin. Denn neben dem 3D-Aufschlag ist auch der Überlängenaufschlag mit unnötigen 136min einkalkuliert und zeugt davon, dass hier alles für den Erfolg an den Kinokassen getan wurde. Also sollte niemand Überraschungen erwarten; das Erfolgsrezept der Vorgängerfilme wird gnadenlos kopiert (die drei langweiligen Fechtszenen wirken allesamt so, als wären sie aus <a href="/blog/2003/09/04/fluch-der-karibik/">dem ersten Teil</a> kopiert) und für Disney familientauglich glattgebügelt. Wenn Menschen sterben, dann passiert dies meist unblutig außerhalb des Bildes, und trotz gefühlt hundert unbekleideter Meerjungfrauen im gesamten Film ist nie auch nur eine Brust zu sehen.</p>
<p>Dazwischen stolpert Johnny Depp in seiner Paraderolle als Captain Jack Sparrow durch die Handlung und muss diese fast alleine tragen &#8211; zu viel für die inzwischen ausgereizte Figur, und zu wenig für den Film. Die als Ersatz für das Duo Knightley/Bloom gedachten Penélope Cruz als Tochter von Blackbeard und Missionar Philip schaffen es nicht, die Lücken auffüllen. Gerade Letzterer, ein eindimensionaler Charakter ohne jeglichen Hintergrund und ohne Ecken und Kanten, wirkt mit der unmotivierten Einführung (wofür braucht Blackbeard ihn?) wie ein Fremdkörper und seine christliche Gutmenschenart hat mich ein ums andere Mal dazu bewegt, über das Abschalten nachzudenken.</p>
<p>Und trotz alledem &#8211; das Ergebnis dieser nur zu einem Zweck zusammengerührten Blockbusterzutaten ist weitgehend unterhaltsam und erfüllt somit zumindest die Erwartungen. Einen weiteren Teil der Serie sollte uns Disney aber besser ersparen &#8211; wenngleich das gute Einspielergebnis dank der o.g. Aufschläge trotz zurückgehender Zuschauerzahlen für eine Fortführung des Franchise spricht.</p>
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		<title>Somewhere</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Apr 2011 23:27:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Johnny Marco ist Hollywoodschauspieler. Sein Leben spielt sich ab zwischen Partys in seinem Hotelzimmer, Presseauftritten, Preisverleihungen in Italien und Sex mit ständig wechselnden Frauen, die ihm meist später direkt oder per SMS mitteilen, wie schlecht er war. Abwechslung bringt da nur seine 11jährige Tochter Cleo, die ihn plötzlich für zwei Wochen begleiten muss, weil ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Johnny Marco ist Hollywoodschauspieler. Sein Leben spielt sich ab zwischen Partys in seinem Hotelzimmer, Presseauftritten, Preisverleihungen in Italien und Sex mit ständig wechselnden Frauen, die ihm meist später direkt oder per SMS mitteilen, wie schlecht er war. Abwechslung bringt da nur seine 11jährige Tochter Cleo, die ihn plötzlich für zwei Wochen begleiten muss, weil ihre Mutter sich eine Auszeit nimmt. Als Johnny Cleo schließlich nach dieser Zeit im Tenniscamp abliefert, wird ihm plötzlich überdeutlich, wie leer sein Starleben doch eigentlich ist.</p>
<p>Sofia Coppola versucht sich in <em>Somewhere</em> ein wenig daran, das Erfolgsrezept von <em>Lost in Translation</em> neu aufzukochen. Johnny verbringt den Großteil seiner Zeit in einem anonymen Hotel, in dem wechselnde halbnackte Models das Nachbarzimmer bevölkern und ist ansonsten ferngesteuert durch seine Managerin, die der Zuschauer immer nur durch den Telefonhörer mitbekommt. Stoisch lässt Johnny dies alles über sich ergehen, aber der Reiz der Partys, schnellen Autos und schönen Frauen ist längst verflogen in all dem Überfluss, der ihm serviert wird, und hat Platz gemacht für eine kleine Paranoia. Diese kalte, oberflächige Seite von L.A. kennt Sofia Coppola als Tochter von Francis Ford Coppola sicherlich zur Genüge, so dass der Film mit der Rolle der Cleo vermutlich autobiografisch angehaucht ist.</p>
<p>Dies rechtfertigt jedoch nicht die enorm in die Länge gezogenen und damit ermüdenden Einstellungen, die die Einsamkeit von Johnny verbildlichen sollen. Allein die ersten drei Minuten des Films sieht der Zuschauer nur in schmalem Blickwinkel auf eine Rennstrecke, auf der Johnny meist außerhalb der Kamera seine Runden dreht. Das Leben als sinnentleerte, sich im Kreise drehende Rennfahrt, die doch in den immergleichen Bahnen abläuft. Fast vierzig Minuten später kommt mit Cleo endlich Bewegung in Johnnys Leben und damit auch in den Film, die Einstellungen werden kürzer, die Kamera wird beweglicher und die Dialoge lebendiger. Am Ende steht die Erkenntnis, dass dies das bessere Leben ist, als bei der Verabschiedung erstmals die Emotionen der Tochter hervorbrechen, für die das Leben des Vaters zwar aufregend ist, die aber schneller als er die Leere hinter der High-Society-Fassade erkannt hat und die Wärme dahinter vermisst. Doch da ist der Film auch schon zu Ende und hat außer dem Weg zur Erkenntnis nichts mehr zu sagen.</p>
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		<title>Scott Pilgrim vs. the World</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 20:44:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Popkultur at its best: Scott Pilgrim vs. the World ist eine geniale Mischung aus nerdiger Videospieleoptik, Teenagerromanze und alternativem Musikfilm &#8211; sympathisch in seiner comichaften Übertreibung und Ästhetik, die sich von Schnitt, Timing bis in die Dialoge durchzieht und mit den guten und stets passenden Darstellern sogar in den Nebenrollen die nötige Erdung erhält. I [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Popkultur at its best: <em>Scott Pilgrim vs. the World</em> ist eine geniale Mischung aus nerdiger Videospieleoptik, Teenagerromanze und alternativem Musikfilm &#8211; sympathisch in seiner comichaften Übertreibung und Ästhetik, die sich von Schnitt, Timing bis in die Dialoge durchzieht und mit den guten und stets passenden Darstellern sogar in den Nebenrollen die nötige Erdung erhält. I love it!</p>
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		<title>Der Ghostwriter oder Wie ein Ende einen ganzen Film zerstören kann</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Dec 2010 22:55:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Spätwerk von Roman Polanski ist eigentlich ein Politthriller der alten Schule. Es wird viel Atmosphäre über die Musik erzeugt, die auf Hochglanz polierten Bilder und die kühlen Farben erzeugen eine Stimmung der ständigen Gefahr und die sicherlich gewollten Parallelen der Hauptfigur Adam Lang zu Tony Blair geben dem Film eine Aktualität, die manchmal vergessen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Spätwerk von Roman Polanski ist eigentlich ein Politthriller der alten Schule. Es wird viel Atmosphäre über die Musik erzeugt, die auf Hochglanz polierten Bilder und die kühlen Farben erzeugen eine Stimmung der ständigen Gefahr und die sicherlich gewollten Parallelen der Hauptfigur Adam Lang zu Tony Blair geben dem Film eine Aktualität, die manchmal vergessen lässt, in wie vielen Variationen diese Geschichte bereits erzählt wurde.</p>
<p>Damit könnte ich als Zuschauer gut leben. Fast zwei Stunden lang habe ich die Nachforschungen des Ghostwriters von Adam Lang verfolgt, um ihn schließlich herausfinden zu sehen, dass die CIA und damit die USA über Jahrzehnte die britische Politik mehr oder weniger direkt beeinflusst haben. So weit nicht unspannend, aber auch nicht spektakulär (wer hätte denn das Gegenteil behauptet?); eben genau in den Film passend. Dann wird Adam Lang erschossen, und theoretisch ist <em>Der Ghostwriter</em> damit zu einem Ende gekommen, das zu ihm passt. Das Rätsel ist gelöst und gleichzeitig die Gefahr gebannt, und alle sind glücklich dass die Situation überstanden wurde.</p>
<p>Aber leider meinten Regisseur Polanski und Drehbuchautor Robert Harris es zu gut mit ihrem Film und mussten unbedingt noch einen großen Knall am Ende einfügen. Und noch einen Zweiten. Und beide sind doof. Der erste Knall verschiebt die schon längst gegebene Auflösung einfach auf einen anderen Charakter, und dieser ist ganz überrascht, dass der leichtgläubige Ghostwriter doch noch auf den richtigen Trichter gekommen ist &#8211; durch einen codierten Hinweis seines Vorgängers. So einen schlechten Storytwist wie in Spionagethrillern des Kalten Krieges hat der ansonsten um Authentizität bemühte Film einfach nicht verdient. Und als wäre dies nicht genug hat Polanski während der Dreharbeiten noch einen Geistesblitz und lässt direkt eine Szene folgen, die so nicht im Drehbuch stand: Der Ghostwriter hat gerade entdeckt, wer wirklich für die CIA arbeitet, und wird deshalb auf offener Straße von einem Auto überfahren.</p>
<p>Dies passt so wenig in die Kontinuität des Films, dass es alle guten Ansätze des Films nur noch lächerlich wirken lässt. Das Ende zeigt den wahren Charakter des Films, er lässt die Hosten runter und offenbart seinen eigentlichen billigen Plot in schonungsloser Offenheit und ich als Zuschauer muss realisieren, dass ich mir die gesamte Zeit nur gewünscht habe, dass es nicht so ist. Vor 25 Jahren wäre <em>Der Ghostwriter</em> wohl schockierend gewesen, aber heute ist er nur ein auf Anachronismus, der dies zeitweilig gut zu kaschieren weiß.</p>
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		<title>My son, my son, what have ye done</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Nov 2010 21:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man nehme aus einer Fülle von Details der Vorlage ein paar wenige, so dass sie aus dem Kontext gerissen nur noch skuril wirken. Man nehme alle wichtigen Elemente einer Geiselnahme &#8211; die ermittelnden Kommissare, die Absperrung der Polizei, die Verhandlungen um Essen und Fluchtwagen, das Anrücken eines Sondereinsatzkommandos &#8211; und präsentiere sie als bloße Staffette, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man nehme aus einer Fülle von Details der Vorlage ein paar wenige, so dass sie aus dem Kontext gerissen nur noch skuril wirken. Man nehme alle wichtigen Elemente einer Geiselnahme &#8211; die ermittelnden Kommissare, die Absperrung der Polizei, die Verhandlungen um Essen und Fluchtwagen, das Anrücken eines Sondereinsatzkommandos &#8211; und präsentiere sie als bloße Staffette, als abgehackte, unpassende Enden eines Handlungsrahmens, der eigentlich keine Bedeutung für den Film hat. Man stülpe dem Ganzen noch einen extremen Kontrast über, um die vielen Wechsel zwischen digitalen Handkameras und klassischen Filmkameras zu überdecken. Und heraus kommt: Ein ganz schlechter Film.</p>
<p>Werner Herzog mag es offensichtlich noch immer, zu experimentieren und Sehgewohnheiten hinter sich zu lassen. So lässt er seinen Charakter statt in Pakistan in Peru zum Muslimen werden und dreht eine dazu gehörende Einstellung sogar in China. Manchmal lässt er seine Figuren einfach in der Szene still stehen und filmt dies für einige lange Sekunden. Während in dem Remake von <em>Bad Lieutenant</em> die surrealen Szenen mit den Echsen die Auswirkungen der Drogen auf den Hauptcharakter symbolisieren, ist die bloße Häufung solcher Fremdkörper in <em>My son, my son, what have ye done</em>, so sie doch zusammen mit der Musik eine dem Muttermord angemessene düstere Atmosphäre schaffen, einfach nur anstrengend.</p>
<p>Ich habe nach einer Weile vollkommen das Interesse an der Handlung verloren. Wenn der Regisseur sich so wenig um seine Geschichte kümmert, dann muss ich ich das schließlich auch nicht. Und wenn er seine Geschichte mutwillig zerstört, dann reicht es auch nicht, dass David Lynch seinen Film produziert hat und einige gute Schauspieler dabei vergeudet werden. Bitte nicht ansehen!</p>
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		<title>Die wohl längsten Deleted Scenes</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 20:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Blu-Ray]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; habe ich auf der Blu-Ray von Zack and Miri make a Porno gefunden. Ganze 98 Minuten lang ist dieses Bonusfeature und damit nur drei Minuten kürzer als der Film selber. Allerdings darf man weniger Deleted Scenes im klassischen Sinn erwarten als einen Einblick in den Schnitt von Kevin Smiths Komödie. Denn fast alle Szenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; habe ich auf der Blu-Ray von <em>Zack and Miri make a Porno</em> gefunden. Ganze 98 Minuten lang ist dieses Bonusfeature und damit nur drei Minuten kürzer als der Film selber. Allerdings darf man weniger <em>Deleted Scenes</em> im klassischen Sinn erwarten als einen Einblick in den Schnitt von Kevin Smiths Komödie. Denn fast alle Szenen im Film sind deutlich umfangreicher gedreht wurden als sie die Kinofassung zeigt. Oft sind es nur wenige Sekunden, die mittendrin herausgeschnitten wurden, aber die <em>Deleted Scenes</em> enthalten jeweils die komplette gedrehte Szene und erzählen in ihrer Zusammenstellung fast die gesamte Story noch einmal. Komplett entfallene Szenen sind mir dagegen nicht aufgefallen.</p>
<p>Ein wenig Schummelei ist trotzdem dabei. Allein 30 Minuten werden von einem schwachsinnigen Interview mit dem schwulen Porno-Pärchen aus der Handlung eingenommen, das im eigentlichen Film zum Glück keine ganze Minute einnimmt. Trotzdem hat sich mir ein interessanter Einblick in die Arbeit von Kevin Smith geboten, der seine Schauspieler auch gern improvisieren und sich in den Film einbringen lässt. Erst beim Schnitt entscheidet er dann, welche Szenen gut funktionieren und welche den Film nicht weiterbringen. Da war ich nach der Ansicht der entfernten Szenen zwar teilweise anderer Meinung, aber genau um dies herauszufinden mag ich dieses Bonusfeature auf DVDs und Blu-Rays.</p>
<p>Die Extras-Sektion überzeugt generell mit einer langen Gesamtlaufzeit von über vier Stunden und enthält neben den üblichen Zugaben wie einem Making-Of und einer Reihe von Versprechern auch eine nicht ganz ernsthafte Pressekonferenz auf einer Comic-Convention und eine Sammlung von im Internet veröffentlichten Teasern von den Dreharbeiten.</p>
<p>Der Film selber ist ein klassischer Kevin Smith, wenngleich bestimmt nicht sein bester. Es gibt die gewohnt offenherzigen Dialoge, an einigen Stellen lässt der Regisseur auch wieder den Star-Wars-Fanboy raushängen, doch so richtig bissig ist <em>Zack and Miri make a Porno</em> nicht geworden.</p>
<p>Im Vergleich mit den thematisch ähnlich gelagerten Filmen <em>Nacktschnecken</em> und <em>Die Torremolinos Homevideos</em> fällt auf, dass es in allen Werken vor allem um die Beziehungen zwischen den Hauptakteuren geht. Die Pornoproduktion ist nur der Aufhänger für die Offenlegung von Beziehungsproblemen bzw von Beziehungen selber; wenngleich gerade Kevin Smith sich viel mit der Produktion selber beschäftigt. Casting, Dreharbeiten und Titelsuche nehmen einen weiten Teil des Films ein und dafür hält <em>Zack and Miri</em> auch den breitesten Cast bereit. Es gibt einen Kameramann, einen Produzenten, einen Regisseur und abwechselnd müssen die Darsteller die Rolle des Toningenieurs einnehmen. Das ist fast durchgängig witzig und weiß auf nicht allzu hohem Niveau zu unterhalten &#8211; mehr hatte ich nicht erwartet und damit war ich ganz zufrieden mit dem Film.</p>
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		<title>Gewalt erzeugt Gegengewalt</title>
		<link>http://www.kingoli.net/blog/2010/03/28/gewalt-erzeugt-gegengewalt/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 21:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Blu-Ray]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon Hermann Hesses Roman Unterm Rad war eine Abrechnung mit dem deutschen Schulsystem Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner gefährlichen Mischung aus preußischen und kirchlichen Einflüssen, das in seinen Zwängen keinen Platz ließ für die Kinder und viele zerstörte anstatt sie auf das Leben vorzubereiten. Michael Haneke greift mit seinem in Cannes mit der goldenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon Hermann Hesses Roman <a href="/blog/2010/01/23/schullekture-eine-retrospektive/">Unterm Rad</a> war eine Abrechnung mit dem deutschen Schulsystem Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner gefährlichen Mischung aus preußischen und kirchlichen Einflüssen, das in seinen Zwängen keinen Platz ließ für die Kinder und viele zerstörte anstatt sie auf das Leben vorzubereiten. Michael Haneke greift mit seinem in Cannes mit der goldenen Palme prämierten Film <em>Das weiße Band</em> dieses Thema nun auf und seziert mit seinem gewohnt präzisen, scharfen Blick erneut die Probleme und Abgründe einer Gesellschaft.</p>
<p>Als Schauplatz dient dabei ein kleines, norddeutsches Dorf, in welchem kurz vor Beginn des ersten Weltkriegs seltsame Unfälle passieren. Zuerst stolpert der Arzt mit seinem Pferd über ein aufgespanntes Seil, dann wird der Sohn des Barons misshandelt im Wald aufgefunden und schließlich passiert selbiges dem behinderten Kind der Hebamme. Doch weder die Leute im Dorf noch die aus der Stadt herbeigerufene Polizei können den oder die Täter ermitteln. Der junge Dorflehrer dagegen hat beobachtet, dass die Kinder seiner Klasse sich auffällig verhalten und an allen Tatorten anwesend waren &#8211; doch niemand will ihm glauben.</p>
<p>Haneke zeichnet das Bild dieses Dorfes an Hand der dort lebenden Familien. Da ist der Pastor mit seinen sechs Kindern, über die er ein strenges Regiment führt. Damit sich sein ältester Sohn nicht unsittlich berührt, wird er nachts an das Bett gefesselt, und bei den häufigen Betrafungen mit Rutenschlägen müssen die Kinder der Aktion zustimmen und die Rute selber holen gehen. Der Dorfarzt dagegen hat nach den Tod seiner Frau deren Rolle mit der Hebamme besetzt, doch er vergreift sich ebenso an seiner Tochter, während er die Hebamme verbal demütigt. Generell ist das Frauenbild noch stark patriarchatrisch geprägt; die Väter und Männer treffen die Entscheidungen, während ihre Frauen diese und das System zumindest passiv unterstützen und nur selten dagegen aufbegehren.</p>
<p>Die meisten Familien im Dorf stehen direkt im Dienst des Barons, dem alleinigen Besitzer der Felder. Um diese einzige Chance auf Arbeit nicht zu gefährden, verstößt ein Bauer schon einmal seinen Sohn und verprügelt der Gutsverwalter seinen Sohn, weil dieser dem Nachwuchs des Barons eine Flöte gestohlen hat. Die meisten Erwachsenen wissen mit dem durch die Abhängigkeit und die mangelnde Perspektive aufgebauten Druck nicht umzugehen und geben ihn direkt an ihre Kinder weiter.</p>
<p>So wächst die Jugend des Dorfes in einem Umfeld von festen, einengenden Strukturen auf. Die gesellschaftlichen, aber oft dem Alter unangemessenen Grenzen lassen weder ihnen noch den Eltern einen Spielraum, bereits kleinste Abweichungen von der Norm werden mit physischer wie verbaler Gewalt bestraft. Gleichzeitig gibt es unter dem Deckmantel der allgemein akzeptierten Züchtigung auch Perversitäten wie den sexuellen Missbrauch von Kindern, über die zwar das gesamte Dorf tuschelt aber trotzdem die Autoritätspersonen gewähren lässt, die ihre Autorität nur aufgrund ihres gesellschaftlichen Status haben. Vorbilder sind sie so nicht; die Kinder müssen einem allgemein akzeptierten Bild der Sittlichkeit und des Anstands entsprechen, dem ihre eigenen Eltern nicht gerecht werden.</p>
<p>So zeigen die antiquierten Erziehungsmethoden nicht den gewünschten Erfolg, tugendhafte und kirchentreue Erwachsene heranzubilden. Stattdessen brechen immer wieder kleine Exzesse hevor wie die Ermordung des Vogels des Pastors durch seine Tochter, die umso bedrohlicher wirken, da die Kinder ansonsten den für das Alter beängstigenden Anschein erwecken, den an sie gestellten Anforderungen zu entsprechen. Gleichzeitig reagieren sie mit für die Eltern unverständlichem Trotz auf die immer härter werdenden Bestrafungen &#8211; das zu oft eingesetzte Mittel der Züchtigung ist abgestumpft und hat eine Generation von Menschen hervorgebracht, die nur Gewalt als Problemlösungsmittel kennengelernt haben, selber jedoch immun sind dagegen.</p>
<p>Wo ich bei der auf der Hand liegenden Interpretation wäre, dass <em>Das weiße Band</em> die beiden Generationen beschreibt, die freudig für Deutschland in zwei Weltkriege zogen. Regisseur Haneke möchte dies in einem Interview auf der Blu-Ray gerne etwas allgemeiner sehen und stellt die gesellschaftlichen Mechanismen in den Vordergrund, doch schon der Untertitel &#8220;Eine <em>deutsche</em> Kindergeschichte&#8221; zeigt, wie stark der Film mit Deutschland verbunden ist. Zu genau erinnert er den Zuschauer an die in den Köpfen eingebrannten Bilder von der damaligen Zeit, zu sehr hat Haneke mit seiner perfekten Ausstattung und dem kalten, klaren Schwarz-Weiß der Kamera eine Illusion erzeugt, die erst im Zusammenspiel mit der Geschichte einen Sinn ergibt.</p>
<p>Da er dabei erneut auf ein gutes Schauspieler-Ensemble zurückgreifen kann, hinterlässt <em>Das weiße Band</em> einen bleibenden, wenn auch erschreckenden Eindruck. Durch seine Fokussierung aller gesellschaftlichen Kräfte auf ein kleines Dorf ist der Film sicherlich ein wenig einseitig und wirkt gleichzeitig entrückt, so stark ist er in der dargestellten Zeit verwurzelt. Dennoch zeigt die Analyse, dass die wirkenden Kräfte relativ zeitlos sind und gewisse Erziehungsmethoden auch heute wieder in den Blickpunkt rücken. Die Aufmerksamkeit auf die Auseinandersetzung damit zu lenken ist die große Stärke des Films.</p>
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		<title>Intermission und Repo</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 22:21:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Cillian Murphy, Colin Farrell, Kelly Macdonald, Shirley Henderson &#8211; die junge Garde aufstrebender englischer Schauspieler hat sich zusammen mit Colm Meaney in Intermission zu einem zeitgemäßen irischen Film versammelt. Es geht um Beziehungen und einen kleinen stümperhaften Raubüberfall; ein gutes Dutzend Figuren irrt in Dublin durch verschiedene Handlungsstränge, die sich immer wieder treffen und überschneiden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Cillian Murphy, Colin Farrell, Kelly Macdonald, Shirley Henderson &#8211; die junge Garde aufstrebender englischer Schauspieler hat sich zusammen mit Colm Meaney in <em>Intermission</em> zu einem zeitgemäßen irischen Film versammelt. Es geht um Beziehungen und einen kleinen stümperhaften Raubüberfall; ein gutes Dutzend Figuren irrt in Dublin durch verschiedene Handlungsstränge, die sich immer wieder treffen und überschneiden, zum Ende aber entgegen der üblichen Strategie ruhig ausgleiten.</p>
<p>Dies ist inhaltlich wie inszenatorisch kaum eine Weiterentwicklung des von <a href="/blog/2001/03/14/snatch-schweine-und-diamanten/">Guy Ritchie</a> populär gemachten Konzepts, doch gerade durch die guten Schauspieler sehr sympathisch und vor allem kurzweilig unterhaltend, da der Crimefaktor zugunsten der interessanten Charaktere deutlich unterliegt. Und wie mir ein Kollege mit Irland-Erfahrung mitteilte, ist das Problem der Steine auf Busse werfenden Kinder sehr real.</p>
<p>Innovativer gibt sich hingegen <em>Repo! The Genetic Opera</em>, mit der sich ein amerikanisches Gespann an einem Rockmusical im Stile des <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KpmSHb-aRB0">Bring me to life</a>-Videos von <em>Evanescence</em> gewagt hat. Das Ganze spielt in einer nahen Zukunft, in der Organe beliebig verpflanzt werden können, ein Konzern allerdings die Monopolstellung darin inne hält und gleichzeitig die Kredite für die Finanzierung der Transplantationen vergibt. Wer seinen Zahlungen nicht mehr nachkommt wird Ziel des <em>Repo Man</em>, der die auf Pump gekauften Organe von den säumigen Schuldnern per Operation am lebenden Objekt einfach zurückholt.</p>
<p>In diese Zukunftvision wurde eine Handlung gepflanzt um einen Arzt, der seine Tochter vor der Außenwelt einsperrt, und die Nachfolge des allmächtigen Repo-Firmenchefs, der seinen Konzern ungern an eines der drei unfähigen Kinder übergeben will. Natürlich werden diese Handlungen schließlich zu einer, und auch die <em>Repo Man</em> bekommt seinen Auftritt. Wie üblich für ein Musical werden die meisten Dialoge gesungen, dabei herrscht überwiegend harte Gitarrenmusik vor und optisch soll der Film vermutlich Goths und Emos ansprechen.</p>
<p>Leider geht dieser ungewöhnliche Mix nicht auf. Die Musik wird schnell eintönig und dadurch geht die gezwungen wirkende Dramatik der Handlung total unter &#8211; was in einem 3-Minuten-Videoclip funktioniert, muss in anderthalb Stunden auf der großen Leinwand noch lange nicht klappen. Zumindest wurde in Deutschland ähnlich wie bei <a href="/blog/2008/03/02/sweeney-todd/">Sweeney Todd</a> auf eine Synchronisation verzeichtet, weshalb es der Film sicherlich schwer in den Videotheken hat.</p>
<p>Trotzdem scheint die Idee bei den Studiobossen gut angekommen zu sein, denn nächstes Jahr erwartet uns ein Blockbuster namens <em>Repo Men</em> mit Jude Law, Liev Schreiber und Forest Whitaker. Außer dem Namen deuten auch alle Informationen über den Inhalt des Films auf dieselbe Geschichte hin, nur diesmal ohne Gesang. Als reiner Actionreißer kommt der Thematik aber noch der letzte interessante Part abhanden, weshalb ich nicht viel von diesem Plagiat erwarte.</p>
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		<title>The Limits of Control</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 21:38:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KingOli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selten erlaubt ein Film, ihn als das künstlich hergestellte Produkt wahrzunehmen, das er ist. In The Limits of Control hat der Zuschauer genügend Zeit, sich des Schnittes, der Einstellungen und des Sounddesigns bewusst zu werden, ohne durch viel Handlung oder gar Action abgelenkt zu werden. Der Hauptcharakter flaniert durch die dialogreduzierte Geschichte wie durch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selten erlaubt ein Film, ihn als das künstlich hergestellte Produkt wahrzunehmen, das er ist. In <em>The Limits of Control</em> hat der Zuschauer genügend Zeit, sich des Schnittes, der Einstellungen und des Sounddesigns bewusst zu werden, ohne durch viel Handlung oder gar Action abgelenkt zu werden.</p>
<p>Der Hauptcharakter flaniert durch die dialogreduzierte Geschichte wie durch die wunderbaren spanischen Schauplätze. Immer wieder trifft er auf Personen, mit denen er Streichholzschachteln mit codierten Texten austauscht, doch selten Worte. Am Ende dringt er in ein Treffen von Vertretern der Wirtschaft ein und tötet einen davon in dessen abgeschirmter Zuflucht.</p>
<p>Der Film besteht nur aus dieser Verkettung immer wiederkehrender Elemente. Der Auftragskiller schläft nicht, macht körperliche Übungen, setzt sich in ein Café und trinkt zwei kleine Café. Dann kommt eine Kontaktperson zu ihm an den Tisch, hält einen Monolog und gibt ihm eine neue Streichholzschachtel. Der Killer liest den Zettel darin, isst ihn auf und trinkt seinen Café. Und am nächsten Tag wiederholt sich diese Procedere in ähnlicher Form.</p>
<p>Ebenso verfolgen Dialogeinstiege und Redewendungen den Zuschauer den gesamten Film lang, doch Informationen werden so spärlich wie verschlüsselt gegeben, analog den Streichholzschachteln. <em>The Limits of Control</em> offenbart sich als ein Film über sich selber; die wenigen Dialoge sind auch auf den Film anwendbar. Dazu passt der Auftritt von Tilda Swinton, die ihre Rolle als Filmfan auslegt und über den Orson-Welles-Film <em>Die Lady von Shanghai</em> schwelgen darf &#8211; und eigentlich nur über <em>The Limits of Control</em> redet. Zitate als Selbstreflexion und einziger Zweck der Handlung? Wem dies noch nicht kryptisch genug ist, der sollte sich im Anschluss noch die <em>Untitled Landscapes</em> auf der Disc anschauen&#8230;</p>
<p>Jim Jarmusch hat mit <em>The Limits of Control</em> einen Film abgeliefert, der sich irgendwo zwischen <em>Dead man</em> und <em>Ghost Dog</em> einpendelt: Nicht ganz so schwer wie die elegische Westernreise von Johnny Depp, aber auch nicht so eingängig wie der Weg des Samurais. Ein wenig mehr Handlung hätte dem Film aber gut zu Gesicht gestanden &#8211; wem nicht der Sinn nach den sorgsam arrangierten Bildern und Dialogen steht, kann auch sehr gut nebenbei schlafen.</p>
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