Sonntag, 13. November 2005

Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche

Nach Wallace und Gromit läuft nun gleich der nächste Animationsfilm in unseren Kinos. Allerdings ist der Einstieg bei “Corpse Bride” etwas gewöhnungsbedürftig: Zum Einen beginnt der Film gleich mit einem Lied in bester Disney-Tradition, zum Anderen wirkten die Figuren zu Beginn doch steif und farblos und die Animation äußerst hölzern. Nach dem bunten Treiben von W&G erscheint dies trotz des skurilen Figurendesigns mit extremen Proportionen wie ein Rückschritt in der Animationstechnik um 20 Jahre.

Doch sofort nach dem Aufwachen der Hauptperson Victor im Totenreich (mit der Stimme von Johnny Depp und auch äußerlich diesem angelehnt) wird dem Zuschauer klar, dass die graue Optik und die hölzernen Bewegungen nur ein Stilmittel sind. Fortan geht nämlich die Party ab, und das in allen möglichen Farben und mit den verrücktesten Effekten. Das ständig ausfallende Auge der Leichen-Braut und der im Brustkorb von Napoleon steckende Säbel sind nur der Anfang. Das Design der Möbel aus hauptsächlich Särgen und die vielen weiteren Ideen über das Leben nach dem Tode erzeugen den gewünschten Effekt, das Leben nach dem Tod als die bessere Welt an zu sehen.
Die Geschichte selber ist leider vorhersehbar und kurz geraten, was aber neben den beiden skurilen Welten von Oben und Unten gar nicht so auffällt. Ein paar Nebenhandlungsstränge hätten dem Film trotzdem nicht schlecht zu Gesicht gestanden. So kommt dann etwas zu schnell das Happy End und damit auch das Ende des Films.

Fazit: Tim Burton hat es erneut geschafft, ein etwas anderes Märchen als Trickfilm zu realisieren. Wer seine normalen Filme mag und auch mit skuril-witzigen Animation etwas anfangen kann, dem sei die Leichen-Braut ans Herz gelegt!

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