Freitag, 9. Mai 2008

Fan-Freundschaften

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Ich habe ja schon einiges erlebt, was das Verhalten von Fans unterschiedlicher Vereine gegenüber einander betrifft. Dabei ist es zwar nirgends so extrem wie bei den Fußball-Fans (Magdeburg-Halle oder Leipzig-Halle sind Klassiker der Polizei-Einsätze), doch auch Handball- und Eishockey-Fans wissen Feindschaften zu leben. Beim Spiel Hertha BSC Berlin gegen Karlsruher SC im fantastischen Olympiastadion wurde mir jedoch gezeigt, wie man trotz unterschiedlicher Vereins-Zugehörigkeit vernünftig miteinander umgehen kann. Wenn sich Tribünen gegenseitig den Namen des jeweils anderen Vereins zurufen und auch die Spielernamen des Gegners mitgebrüllt werden, dann zeugt dies von gegenseitigem Respekt. Klar, Hertha-Fans sind schon etwas anders als ihre Pendants aus der Oberliga oder dem Ruhrpott, aber die Stimmung war super, das Wetter optimal für ein schönes Fußballspiel und Tore (3 alleine auf das Tor, hinter dem ich saß) bzw Strafraumszenen gab es genügend. Was will man mehr für 10,50€ Eintrittsgeld?

Freitag, 9. Mai 2008

Alle Wege führen nach Freyburg

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Jedenfalls taten sie das für mich um Männertag herum. Am Mittwoch vor Himmelfahrt stand Walpurgisnacht-Rock auf Schloss Neuenburg oberhalb von Freyburg auf dem Programm. Sieben Bands und die interessante Kulisse innerhalb der Burgmauern waren der Anreiz, mir dieses Mini-Festival einmal anzusehen.

Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen dieser Art hatte jede Band eine Auftrittszeit von anderthalb Stunden und konnte so das volle Repertoire zeigen. Dies wurde durch zwei Hauptbühnen und überlappende Spielzeiten erreicht, wodurch man sich zwar immer für eine Band entscheiden musste, aber trotzdem von jeder etwas mitbekommen konnte. Im Innenhof war den ganzen Abend Mittelaltermusik angesagt (Transsylvanians, Fiddler’s Green, Tanzwut), während auf der Vorburg-Bühne die Firebirds von Rammstein-Lookalikes und -Coverbands eingerahmt wurden. Warum dann ausgerechnet Feuerengel als letzte Band und nicht Tanzwut den Headliner spielen durften, war mir nicht ganz klar. Aber vielleicht wollte man vor Männertag einigen Herren die Chance geben, schon 0:30 Uhr nach Hause zu fahren. Ich bin dann auch nicht bis zum Ende geblieben, da inzwischen der Wind so unangenehm durch die Burg fegte und Feuerengel nicht genügend Hitze erzeugten, um mich warm zu halten.

Entgegen aller Planungen ging es dann gleich zu Himmelfahrt wieder nach Freyburg. Meine Männertagsrunde hatte spontan beschlossen, von Bad Kösen über Schulpforte nach Freyburg entlang der kleinen Saale und Unstrut zu wandern. Da das Wetter mehr als mitspielte und die Strecke einiges zu bieten hat, wurde es ein sehr angenehmer Tag. Am Zielort lud außerdem der Freyburger Weinfrühling zu Weinproben ein. Aufgrund des Bayerns-Spiels haben wir aber auf einen Aufstieg zur Neuenburg verzichtet und uns eine Kneipe mit Live-Übertragung gesucht.

Vielleicht komme ich ja dieses Jahr zum Winzerfest wieder an die Unstrut; dieses ist immer einen Besuch wert!

Sonntag, 4. Mai 2008

Nichtsdestotrotz

Manchmal braucht es einen Stein des Anstoßes, damit man sich bewusst wird, was für Wörter man so im täglichen Sprachgebrauch nutzt. In meinen Fall war es die letzte Sendung Lesen! von Elke Heidenreich, in der sich die Moderatorin über einen Übersetzer echauffierte, der das Wort nichtsdestotrotz verwendete - bei mir im Blog findet man vier (ältere) Artikel, die sich dieser “Sünde” bedienen. Dabei steht das Wort sogar im Duden, auch die DDR-Ausgabe von 1981 führt es auf. Was also ist so schlimm daran?

Vermutlich sind es die Kürzel umg (DDR) und ugs. (aktuelle Ausgabe), die beide für umgangssprachlich stehen. Laut Wikipedia haben uns ein paar Studenten diese Wortschöpfung eingebrockt, und sie hat den Menschen so gut gefallen, dass sie immer häufiger genutzt wird. Ich persönlich kenne das Wort seit Kindheitstagen, kann aber nicht sagen, ob Eltern, Freunde, Erzieher oder Lehrer es an mich herangetragen haben. Aus einem Buch habe ich es bestimmt nicht, meint der Zwiebelfisch:

Im gepflegten Deutsch sind nach wie vor die Begriffe “trotzdem”, “wenngleich” und “obwohl” zu bevorzugen.

Aha, daher weht also der Wind. Die Hüter der deutschen Sprache sind wieder erwacht und müssen das Deutsch vor den aberwitzigen Wortkreationen übermütiger Studenten beschützen, deren einziges Ziel es ist, unsere Muttersprache bis zur Unkenntlichkeit zu deformieren. Ich sage: Sollen sie ruhig. Wer das Wort mag, soll es gebrauchen. Denn nach einiger Zeit wandert wohl jedes Wort aus dem Bereich Umgangssprache entweder in die Ecke der vergessenen Schöpfungen oder aber in die Elite der akzeptierten deutschen Wörter.

Sonntag, 27. April 2008

Wieviel Demokratie hätten Sie denn gerne?

Und wieder hat die CDU lernen müssen, dass man auch mit finanzieller Unterstützung aus der Wirtschaft nicht beliebig Wahlergebnisse kaufen kann. Nach dem verlorenen Bürgerentscheid um die Umbennung der Kochstraße in meinem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg entwickelte sich erwartungsgemäß auch der heutige Volksentscheid um die Erhaltung des Flughafens Tempelhof negativ für die Initiatoren.

Ironischerweise hat den Entschluss für die Schließung anno 1996 die CDU mitgetragen. Aber damals wurden auch noch Volks- und Bürgerentscheide verteufelt, und heute geht es ja außerdem gegen den poltischen Gegner von links, da ist jedes Mittel recht. Dumm nur, dass der Berliner Bürger da nicht mitspielt - Mehrheiten verändern sich eben auch bei Sachfragen nicht so schnell.

Wenn aber selbst solche polarisierenden Themen wie der Flughafen Tempelhof und der riesige finanzielle Einsatz nicht genügend Wähler an die Urne locken, dann stelle ich mir persönlich die Frage, ob es überhaupt einmal zu einem erfolgreichen Entscheid auf Landesebene kommen wird. Oder ist das dahinterstehende Gesetz für direkte Demokratie vielleicht nur ein zahnloser Papiertiger mit Symbolcharakter und das Volk will gar nicht selber mitbestimmen und die Verantwortung auf sich laden?

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Samstag, 26. April 2008

Der Reiher ist gelandet

Pünktlich nach sechs Monaten ist das neue Ubuntu veröffentlicht wurden, welches den Namen Hardy Heron (zäher Reiher) trägt. Und diesmal gab es überraschenderweise gar keine Probleme beim Upgrade: Die Option erschien automatisch im Update-Manager, das Repository hatte keine Performance-Probleme und seit dem Aktivieren der neuen Version läuft mein System stabiler als je zuvor. Keine PCI-Probleme beim Start, keine DBus-Fehler beim Herunterfahren. Mit dem neuen ACPI-Modul asus_laptop (ersetzt asus_acpi) funktioniert sogar das Einstellen der Display-Helligkeit über die Funktionstasten in beide Richtungen.

Ansonsten sind hauptsächlich kleinere Updates in diese Version mit Long time support geflossen: Neuerer Kernel, neueres Gnome, aktuelles XOrg, aktuelles OpenOffice und überraschend Firefox 3.0b5. Eine Betaversion in einem Linux für den Produktiveinsatz hätte ich nicht erwartet (Version 2 ist aber parallel installiert). Das immer noch fehlende Eclipse-Update auf die Europa-Version 3.3 scheint dagegen ein Debian-Politikum zu sein; zum Glück reicht ein Download mit anschließendem Entpacken (leider auf der Kommandozeile, das Entpackwerkzeug von Ubuntu weigerte sich), damit die aktuellste Version auch ohne Repository läuft.

Ich bin also nach wie vor sehr zufrieden mit dieser Distribution und werde mich als Nächstes einmal an einer 64Bit-Parallel-Installation wagen, selbst wenn ich noch keinen Usecase dafür habe.

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Samstag, 26. April 2008

Rock the box

Nachdem ich nun endlich einen neuen MP3-Player habe, war es an der Zeit, den aus Angst um das Risiko des Ausfalls verschobenen Test der freien Firmware-Alternative Rockbox auf meinem iRiver H10 durchzuführen. Mit dem RockboxUtility ist die Installation inzwischen sogar über eine GUI möglich, und innerhalb von ein paar Minuten konnte ich den Player neu starten und das Menü von Rockbox bewundern.

Dieses unterstützt als wohl wichtigstes Feature die Erstellung der internen Datenbank, so dass man ID3-Tag gesteuert durch die Musiksammlung browsen kann - dazu benötigte ich bisher das von mir übersetzte Tool easyH10. Neben der breiten Musikformate-Unterstützung gibt es stark erweiterte Einstellungen betreffend der Musikqualität, von deren Benutzung auf dem H10 aufgrund der schmalen Hardware jedoch abgeraten wird. Das Scroll-Touchpad erweist sich dagegen als nicht so intuitiv bedienbar wie mit der Originalfirmware, während die Akkulaufzeit bei geschätzten 80% liegt.

Ein echtes Highlight ist die Wiedergabe von MPEG-Videos. Ich hätte nie gedacht, dass das winzige 128×128-Pixel-Display so etwas hinbekommt, aber der freie Film Elephants Dream läuft tatsächlich auf dem H10! Leider ist die Winkelabhängigkeit neben der geringen Auflösung ein echter Spaß-Killer. Generell kann Rockbox über PlugIns mit sinnvollen und -losen Features angereichert werden; die Bandbreite reicht von Minispielen (sogar Doom gibt es!) über Demos bis zu einer “Taschenlampe”, bei der einfach nur das Display mit maximaler Helligkeit betrieben wird. Dabei fällt jedoch negativ auf, dass das Bedienkonzept nicht einheitlich ist: Bei einigen PlugIns gibt es Menüs zum Verlassen, bei anderen muss man den Power-Knopf drücken - nur die wenigsten bemerken, dass der H10 schon von Haus aus eine Zurück-Taste mitbringt.

Im Großen und Ganzen bringt Rockbox also einige neue Möglichkeiten auf den iRiver, doch ist die Nutzung aufgrund dessen Hardware meist nicht sinnvoll. Zusammen mit der geringeren Akkulaufzeit und dem subjektiv langsameren Menü würde ich also davon abraten, Rockbox als Standard zu verwenden. Als ausgereifte und stabile Technologiedemo hat es mich aber durchaus überzeugt, und wer AAC und OGG abspielen möchte, hat keine andere Wahl.

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Samstag, 26. April 2008

Sony hat mich wieder

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Lange habe ich nun um eine Entscheidung gerungen, welcher MP3-Player meinen in die Jahre gekommenen iRiver H10 ersetzen soll. Schlussendlich habe ich mich für den Sony NWZ A829B entschieden und bin damit nach drei Jahren der Untreue wieder zu meiner Stammmarke zurückgekehrt.

Ausschlaggebend neben den Standardkriterien (mindestens 16GB Flash-Speicher, USB-Wechselmedium, keine Extra-Software für die Bibliothek nötig) war der eingebaute Bluetooth-Sender und die vernünftige Bedienoberfläche, die andere Konkurrenten nicht aufweisen können. Durch die an den iPod Touch erinnernde flache Bauform und das ultraleichte Gewicht ist es auch gar kein Problem, den Player in der Tasche zu tragen (egal ob Hose oder Jacke).

Passend zu meinem Sony-Handy habe ich die Farbe Schwarz gewählt, die silberne Version macht jedoch den edleren Eindruck (die gebürstete Optik fällt mit schwarz kaum auf) und war gefühlt auch nicht so ein Staubmagnet. Beim Händler meiner Wahl hätte die silberne Version aber einen Aufpreis von 30€ zur Folge gehabt, und das war es mir nicht wert. Ansonsten finden sich die Tasten für die Bedienung ohne Sichtkontakt (z.B. in der Tasche) wie von selbst, so dass ich die fehlende Fernbedienung gar nicht vermisse.

Leider ist der Performance bei der Datenübertragung für ein Flash-Medium unterirdisch. Bei meinen ersten Tests kam ich über 2,5 MB/s beim Schreiben und 3,5 MB/s für das Lesen nicht hinaus. Um damit die gesamten 16GB zu befüllen benötige ich fast zwei Stunden! Zum Glück übertrage ich selten große Datenmenge am Stück auf den Player, sonst wäre dies ein KO-Kriterium. Seltsamerweise dauerte der Aufbau der internen Datenbank von ca. 3GB aufgespielten MP3s keine 10s - also entweder kann der Player selber schneller vom Flash lesen als ein angeschlossener Computer oder beim Aufspielen werden die Daten bereits analysiert und danach nur noch aggregiert.

Meine MP3s mit eingepflegten Album-Covern hat der Player allesamt geschluckt. Sony bietet zwar kein Coverflow an, man kann jedoch durch die Albumbilder wie durch JPEGs browsen und beim Abspielen werden sie auch angezeigt. Nur mit einem besonders langen Albumtitel hatte der Player ein Problem, als dieser zusammen mit einen extrem langen Titel-Tag auftrat. Scheinbar ist in dieser Kombination die maximale Länge begrenzt, einen genauen Grenzwert konnte ich jedoch nicht ermitteln (einige Titel enthielten ebenfalls Umlaute, also spielt vielleicht die Kodierung noch mit hinein).

Von aufgespielten Fotos verwendet der Player die enthaltenen EXIF-Vorschaubilder für die Übersicht und die Schnellansicht, bevor das Bild komplett geladen wurde. Sind jedoch keine EXIF-Daten vorhanden, gibt es auch keine Vorschau. Für solche Bilder muss man dann die Darstellungsform auf Liste umstellen, damit zumindest die Namen angezeigt werden. Dies geht über das Kontextmenü recht schnell; bei den meisten Konkurrenten muss man dafür erst im Hauptmenü diese Option suchen.

Neben einem Ausdruck der GPL und Kurzanleitungen in fünf Sprachen lagen dem kleinen Paket nur ein USB-Kabel (ein explizites Ladekabel fehlt) und In-Ear-Kopfhörer bei. Letztere haben zwar einen Wert von über 40€, aber mittlerweile bin ich wieder auf meine Sennheiser umgestiegen. Zum Einen empfand ich die Abschirmung der Umwelt durch die Abschottung des Ohrgangs als zu stark (ich habe im Pausenmodus meine eigene Stimme kaum noch vernommen), zum Anderen passte mir der Sound ganz und gar nicht. Volumige Bässe sind zwar nett, aber wenn die hohen Töne dabei untergehen (z.B. Pianos oder hohe Stimmen), dann habe ich nichts gewonnen. Anderthalb Tage habe ich mit dem guten Equalizer des Sony herumprobiert, konnte jedoch keine durchgängig überzeugende Lösung finden. Schade, denn die Kopfhörer habe ich ja mitbezahlt…

Fazit: Der perfekt Player ist der Sony NWZ A829 bestimmt nicht, dazu ist er zu langsam, zu unflexibel und eigentlich auch zu teuer. Aber für meine Ansprüche ist er der beste Kompromiss und die Soundqualität ist sogar noch besser als bei meinem alten iRiver H10. Jetzt muss ich mir nur noch Bluetooth-Kopfhörer zulegen!

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Montag, 21. April 2008

Jein zu Tempelhof!

Wie zu besten Wahlzeiten hängen die Straßen voll mit Plakaten um das müde Volk dazu zu bewegen, beim Volksentscheid zur Erhaltung des Flughafens Tempelhof abzustimmen. Da ich nicht weiß, wozu Berlin drei Flughäfen und einen noch dazu mitten in der Stadt braucht, auf der anderen Seite aber auch kein Problem mit diesem Stück Geschichte habe, werde ich diesen Sonntag das Wahllokal wohl nicht aufsuchen.

Die beiden Kontra-Parteien sind sich wohl bewusst, dass noch mehr Berliner sich einer Entscheidung entziehen werden, und so versucht zumindest die Kampagne für den Erhalt, auf recht primitive Art und Weise die Menschen zu mobilisieren (sie profitiert schließlich nur von einer hohen Wahlbeteiligung). Man versucht den Eindruck der Unterdrückung zu erwecken, klopft Sprüche über die Macht des Volkes und sieht die Zukunft der Stadt gefährdet. Auf die Regierenden, allen voran Wowereit, wird plakativ geschimpft, während andere Autoritäten wie Frau Merkel zitiert werden, obwohl diese klar keine eindeutige Meinung äußert. Schon allein dieses Widersprüchlichkeit würde mich davon abhalten, pro Tempelhof zu stimmen - die Kampagne schießt nur blind um sich und hofft, genügend Berliner damit zu treffen.

Meine Prognose: Eine niedrige Wahlbeteiligung wird dieses Volksbegehren scheitern lassen und die Stadt wird sich bald Gedanken machen müssen, wie sie ohne viel Geld eine riesige Brachfläche sinnvoll zu nutzen gedenkt!

Mittwoch, 16. April 2008

Kaffeesatzlesen: Gothic III bekommt ein Addon

So “schnell” kann es gehen: Anderthalb Jahre nach Erscheinen des Originalspiels und einen Monat nach dem offiziellen Ende der Differenzen zwischen den Entwicklern von Piranha Bytes und Publisher JoWood wurde ein Addon für das Spiel mit dem Namen Forsaken Gods angekündigt. Offiziell heißt es:

Die Story von Gothic 3 – Forsaken Gods wird offene Fragen aus Gothic 3 beantworten und einen nahtlosen Übergang zu dem bereits angekündigten vierten Teil der Serie schaffen.

Nun wird natürlich an vielen Stellen darüber diskutiert, was dies für meine Lieblings-Rollenspiel-Serie bedeutet. Bei Gamona hat man ein paar Statements von JoWood bekommen und nun will ich mich auch kurz im Kaffeesatzlesen betätigen. Hier kurz die wenigen Fakten:

  1. das Addon wird nicht von Piranha Bytes entwickelt, das bestätigen sie selber und JoWood
  2. JoWood sagt: “Gothic 4 und das Addon werden beide parallel entwickelt” und es “sitzen ja neue Entwickler an der Entwicklung”
  3. Spellbound entwickelt offiziell Gothic 4 für JoWood, wahrscheinlich mit einer gekauften 3D-Engine (optimistischer Releastermin: 02.01.2010)
  4. Spellbound hat am letzten Community-Patch 1.6 für Gothic III technisch mitgearbeitet

Dies deutet für mich darauf hin, dass Spellbound an dem Addon arbeitet, denn warum sollten sie sich sonst in die Technik des dritten Teils einarbeiten - der vierte wird schließlich mit einer komplett neuen Grafikengine entwickelt. Trotzdem stellt sich die Frage, warum nach all der Zeit noch ein Addon kommen sollen. Und da denkt JoWood wahrscheinlich zuerst an eine Aufrechterhaltung des Franchise Gothic bis zum Erscheinen des vierten Teils. Sollte dieser sich verspäten, gäbe es mehr als drei Jahre lang kein neues Spiel aus der Serie. Dies wäre ein längerer Zeitraum als zwischen Die Nacht des Raben und Teil 3. In dieser Zeit hätten die Fans genügend Zeit, andere Spiele wie The Witcher zu spielen, die der Gothic-Serie nicht nur spielerisch, sondern auch in Sachen Bugs einiges voraus haben. Wenn man jetzt jedoch, nachdem Gothic III mit den Community-Patches langsam rund wird, darauf aufbauend noch ein gutes Addon hinterherschiebt und dieses vor allem mit einem richtig guten Cliffhanger enden lässt, dann würde sich wohl automatisch eine positive Erwartung bei den Fans aufbauen, die bis 2010 reichen sollte und die Investitionen in das Addon rechtfertigt.

Ich jedenfalls freue mich auf Forsaken Gods (mir hat auch der dritte Teil sehr gut gefallen), werde es definitv kaufen und nach ein, zwei Patches auch spielen. Aber vielleicht werde ich in dieser Hinsicht ja auch einmal positiv überrascht…

Dienstag, 15. April 2008

Die Verarbeitung des Völkermords in Ruana im populären Kinofilm amerikanischer und europäischer Prägung

Eigentlich schreibe ich ungern über Filme, die ein so ernster Thema wie den Genozid in Ruanda behandeln. Meist reicht es aus, die Ereignisse sich einfach selber erzählen zu lassen, um der Ernsthaftigkeit und Eindrücklichkeit der noch so jungen Geschichte gerecht zu werden. Sowohl Hotel Uranda als auch Shooting Dogs, die in den letzten Wochen im Fernsehen liefen, haben sich da nichts vorzuwerfen. Es gibt jedoch Details, die mir beim Sehen auffielen und die ich kurz besprechen will.

Beiden Filmen ist gemein, dass sie reale Geschichten aus fast dem selben Zeitrahmen in Ruanda erzählen, vom Abschuss des Präsidentenflugzeugs über den Rückzug der Ausländer bis zum fast vollständigen Abzug der Blauhelmsoldaten, weil sich der UN-Rat der Betitelung als “Völkermord” verweigert. Ebenso spielen sie jeweils in einem Zufluchtsort der Tutsis, die durch die Präsenz der Blauhelme dort zeitweise vor den Milizen der Hutus in Sicherheit waren. Die Kritik am Rückzug der UN-Truppen mit seinen Konsequenzen ist demtsprechend deutlich und wird jeweils durch einen Befehlshaber mit Gewissensbissen repräsentiert (Colonel Oliver/Capitaine Charles Delon in Anlehnung an General Roméo Dallaire). Als Zuschauer ist man zudem in keinem der Filme vor einigen expliziten Mordszenen oder dem Anblick hunderter Leichen sicher; die Greuel des Genozids werden zehn Jahre nach den Ereignissen mehr als deutlich.

Die Unterschiede finden sich unter anderem in den Hauptcharakteren. Hotel Uranda hat einen unfreiwilligen Helden, der hollywood-typisch eine “guter” Hutu ist und damit auch ein Happy-End vergönnt ist, während bei Shooting Dogs die Rollen nicht so klar verteilt sind. Christopher, lange Zeit schon in christlicher Mission in Afrika unterwegs, versucht sein Möglichstes zur Rettung der Flüchtlinge und bleibt auch nach Abzug der Truppen im Land, bezahlt dies aber auch mit dem Leben. Der junge Lehrer Joe dagegen nutzt die letzte Chance, das Land zu verlassen, wird jedoch fünf Jahre später als gebrochener Mann gezeigt, der sein eigenes Leben rettete und dabei das Versprechen gegenüber einer Tutsi-Freundin brach. In diesem Charakter spielt sich der Vorwurf gegenüber der UN im Kleinen wieder ab - das Versprechen der Friedenssicherung wurde gebrochen, und sehr viele Menschen bezahlten dies mit dem Leben.

Auch in der Nebenrolle der CNN-Reporterin wird ein Vorwurf gegenüber der westlichen Welt laut. In einer Szene sitzt sie mit Joe zusammen und erzählt ihm verstört, dass dieser Massenmord im Gegensatz zum Bosnienkrieg ihr Mitleid nicht weckt, weil in Ruanda die Toten durch ihre Hautfarbe nicht so an eigene Verwandte erinnern wie die toten Europäer in Jugoslawien. Dass sich aber unabhängig von der Hautfarbe so ein Völkermord nur mit Duldung einer passiven Mehrheit der Bevölkerung durchführen lässt, zeigen die Eltern des Nebencharakters François, eines Freundes von Joe. Dieser steigt innerhalb der Milizen schnell auf und befehligt Morde, während seine Eltern gleichzeitig auf der Terasse sitzen und Bier trinken.

Am Eindruckvollsten ist jedoch die Szene, die zum Titel Shooting Dogs führte. Capitaine Charles Delon (Dominique Horwitz) darf aufgrund der Friedensmission nur den Schießbefehl erteilen, wenn er angegriffen wird. Als die ersten streunenden Hunde sich an den Leichen der toten Tutsis bedienen, will er diese jedoch erschießen, um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern. Da fragt Christopher ihn zu Recht, ob die Hunde denn auf ihn geschossen hätten.

Der europäische Film legt also mehr Wert auf vielschichtigere Charaktere und die Verarbeitung des Genozids in Dialogen. Hotel Ruanda als amerikanischer Beitrag setzt dagegen eine einfachere Geschichte mit teilweise glücklichem Ende an, hat dafür aber mehr im Vorfeld des Konfliktes zu bieten. So wird gezeigt, wie massenweise Macheten als billige Mordwaffen importiert und über Radio die Hutus mit Propaganda mobilisiert werden. Schließlich wird auch deutlich, wie die organisierten Milizen zu Beginn gezielt nach vorher vorbereiteten Listen die einflussreichsten Tutsis umbrachten. Somit haben beide Filme ihre Daseinsberechtigung und ergeben zusammen einen erschütternden Einblick in den Völkermord in Ruanda.